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Firmenpleiten in Deutschland steigen weiter zweistellig

Das Statistische Bundesamt verzeichnet eine signifikante Zunahme der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland, die sich weiterhin im zweistelligen Bereich bewegt. Laut dem Ifo-Institut befindet sich die deutsche Wirtschaft momentan in einer fortgesetzten Schwächephase. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) stuft diese Entwicklung als „bedenklich“ ein.

Marc Evers, Mittelstandsexperte der DIHK, äußerte sich gegenüber tagesschau.de besorgt über die wirtschaftliche Situation: „Die Unternehmen leiden unter rückläufiger Nachfrage sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Zudem setzen ihnen hohe Kosten für Energie und Personal sowie steuerliche und bürokratische Lasten zu.“

Ein Bericht des Ifo-Instituts zur Lage der deutschen Industrie hebt hervor, dass die anhaltende Wirtschaftsschwäche durch konjunkturelle und strukturelle Faktoren bedingt ist. Insbesondere im verarbeitenden Gewerbe machen hohe Energie- und Produktionskosten Deutschland im internationalen Vergleich weniger wettbewerbsfähig. Industrieunternehmen sehen ihre Position sowohl im Inland als auch auf EU- und weltweiten Märkten als verschlechtert an, wobei die Situation auf den Auslandsmärkten besonders kritisch beurteilt wird.

Die Zahl der Firmeninsolvenzen hat ebenfalls einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Im Oktober wurde im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Zunahme der Insolvenzanmeldungen um 22,9 Prozent festgestellt. Diese alarmierende Tendenz spiegelt sich in den Worten von Marc Evers wider, der die schwierige Lage der Unternehmen betont: „Sinkende Nachfrage, hohe Energie- und Personalkosten sowie die Belastung durch Steuern und Bürokratie verschärfen die wirtschaftlichen Aussichten und die finanzielle Situation der Unternehmen erheblich.“

Experten prognostizieren für dieses Jahr über 20.000 Unternehmensinsolvenzen. Besonders betroffen sind die Bereiche Verkehr und Lagerei, das Gastgewerbe sowie weitere wirtschaftliche Dienstleister wie Zeitarbeitsfirmen und das Baugewerbe. Zudem befürchten 18% der Selbstständigen, ihr Geschäft aufgeben zu müssen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Der Hauptgrund hierfür liegt in einem Mangel an Aufträgen.

Die anhaltende Unsicherheit in der Wirtschaft führt dazu, dass Großunternehmen bei der Vergabe von Aufträgen zögern, was auch Selbstständige stark beeinträchtigt. Die wirtschaftliche Lage ist weiterhin angespannt und stellt eine erhebliche Herausforderung für Unternehmen und Selbstständige dar.

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