Die Vermarktung von Silomais gestaltet sich in diesem Jahr schwierig, da die Nachfrage gering ausfällt. Viele Rinderhalter verfügen noch über reichlich Grassilage von guter Qualität sowie über Vorräte aus dem Vorjahr, was den Markt zusätzlich entlastet.
Bei Preisverhandlungen prallen unterschiedliche Interessen aufeinander. Während die Erzeuger bestrebt sind, ihre vollständigen Anbaukosten zu decken, wägen Käufer ab, ob sich der Zukauf von Mais lohnt oder ob alternative Futtermittel günstiger verfügbar sind. Der Vergleichspreis liegt derzeit für Milchviehhalter bei 6,19 Euro je Dezitonne und für Bullenmäster bei 6,39 Euro je Dezitonne.
In Nordrhein-Westfalen wurden 2025 rund 283.000 Hektar Mais angebaut, das entspricht einem Rückgang von etwa sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit handelt es sich um die stärkste Flächenverringerung seit fünf Jahrzehnten. Grund für die hohe Anbaufläche im Vorjahr waren schwierige Aussaatbedingungen, die zu einer Ausweitung führten. Drei Viertel der diesjährigen Flächen entfallen auf Silomais, die restliche Fläche auf CCM und Körnermais.
Die Vegetationsperiode war von Trockenphasen geprägt. Diese führten dazu, dass die Ernte früher begann als üblich. Experten erwarten Erträge, die höchstens im Bereich des Durchschnitts liegen. Auf leichteren Böden werden erhebliche Mindererträge prognostiziert, was die Gesamtbilanz zusätzlich belastet.
Vor diesem Hintergrund rückt die Preisgestaltung stärker in den Mittelpunkt. Landwirte, die Mais anbieten, kalkulieren mit Preisen, die ihre Produktionskosten decken sollen. Gleichzeitig ist es sinnvoll, den Silomais zu wiegen und den Nährstoff- sowie Trockensubstanzgehalt zu analysieren. Diese Werte liefern eine fundierte Basis für faire Absprachen zwischen Verkäufern und Käufern.
Trotz geringerer Flächen und begrenzter Erträge bleibt die Nachfrage schwach. Der Rückgang der Rinderbestände, gute Grassilagen und eingelagerte Vorräte aus 2024 dämpfen den Bedarf. Hinzu kommt, dass ein Teil der ursprünglich für Körnermais vorgesehenen Flächen in das Silomaisangebot fließt. Dadurch könnte das Angebot weiter ansteigen.
Unter diesen Bedingungen haben Käufer eine vergleichsweise starke Position. Dennoch sind in der Praxis Kompromisse möglich, um stabile Lieferbeziehungen zwischen Landwirten und Abnehmern langfristig zu sichern.
