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Absatzschwäche in der Landtechnik stürzt deutsches Agribusiness ins Minus

Im Jahr 2024 hat das deutsche Agribusiness einen Umsatzrückgang um fast 3% auf 285 Milliarden Euro zu verzeichnen. Trotz dieser negativen Entwicklung behauptet sich der Sektor weiterhin als einer der stärksten im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands mit einem Anteil von über 13%. Diese Zahlen entstammen dem neuen Konjunkturbarometer Agribusiness 2025, welches in Zusammenarbeit von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY und den Universitäten Göttingen und Gießen erstellt wurde.

Die Ernährungsindustrie bleibt mit einem Umsatz von 230 Milliarden Euro und einem Anteil von 81% des Gesamtumsatzes der umsatzstärkste Bereich innerhalb des Agribusiness. Im Vergleich dazu steht die Landtechnik mit einem Umsatz von mehr als 12 Milliarden Euro und einem signifikanten Rückgang. Der Sektor Ernährung beschäftigt mit knapp 664.000 Mitarbeitern die meisten Personen.

Im Jahr 2024 konnte die Milchwirtschaft einen leichten Umsatzanstieg auf 39 Milliarden Euro verbuchen, und auch die Fleischwirtschaft zeigte Wachstum. Auf der anderen Seite standen die Landtechnik und die Düngemittelindustrie, die erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen mussten. Die Landtechnikbranche litt besonders unter einem nassen Frühjahr und schwierigen Bedingungen auf den Feldern.

Die politischen Rahmenbedingungen sind nicht unterstützend für den Sektor. Die Absatzkrise, die bereits im Vorjahr begann, hält weiterhin an und könnte ohne Veränderungen zu weiteren Einschnitten wie Kurzarbeit und Entlassungen führen.

Die Situation in der Landtechnik ist besonders prekär, da neben den ungünstigen Wetterbedingungen auch das hohe Zinsniveau Investitionen hemmt. Die Aussichten für die kommenden Jahre sind aufgrund der bestehenden Unsicherheiten und Schwierigkeiten eher gedämpft.

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