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Bayer setzt auf regenerative Landwirtschaft und Digitalisierung

Bayer hat kürzlich sein neues Ziel bekannt gegeben, die regenerative Landwirtschaft weltweit zu fördern. Dieses Ziel wurde von Karin Guendel Gonzalez, Geschäftsführerin der Bayer CropScience Deutschland GmbH, bei der Digital Farming Conference des Digitalverbandes Bitkom am 11. Juni in Berlin vorgestellt. Sie betonte, dass die landwirtschaftliche Produktion grundlegend umgestaltet werden muss.

Bayer strebt an, bis Mitte des nächsten Jahrzehnts regenerative Landwirtschaft auf über 160 Millionen Hektar weltweit zu etablieren. Regenerative Landwirtschaft wird von Bayer als ein ergebnisorientiertes Anbausystem definiert, das die Bodengesundheit verbessert, die Klimaresilienz stärkt, die Biodiversität erhöht, Wasser spart und die Erträge steigert. Guendel Gonzalez unterstrich die Wichtigkeit, das Ergebnis zu priorisieren und nicht die verwendete Technologie.

Diese neue Sichtweise beeinflusst auch das Geschäftsmodell des Unternehmens. Zukünftig sollen Kunden nicht mehr für die Menge des Fungizids bezahlen, sondern für die erzielte Leistung, den Ertrag und die Qualität. Die Digitalisierung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Bayer setzt auf digitale Plattformen und cloudbasierte Lösungen, die als „AgPowered Services“ bezeichnet werden.

Guendel Gonzalez sieht in der präzisen und zielgerichteten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sowie im Bürokratieabbau große Chancen durch die Digitalisierung. Sie betonte, dass zukünftig Daten aus dem Feld und das im Boden gebundene CO2 genauso wichtig sein werden wie der Ertrag. Zudem erwartet sie, dass der Einsatz von generativen KI-Tools zunehmen wird.

Dennoch gab sie zu, dass die digitale Entwicklung in anderen Teilen der Welt schneller voranschreitet. Um Deutschland wieder konkurrenzfähig zu machen, müssen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten. Ein wichtiger Schritt ist die Verbesserung der Netzabdeckung. Zudem sollten anonymisierte Daten aus dem Agrarsektor zur Verfügung gestellt werden, um die Vorteile der digitalen Landwirtschaft voll auszuschöpfen. Eine moderne und rechtssichere Regulierung von realen und digitalen Produkten ist ebenfalls entscheidend, um die Wertschöpfung und Sicherheit für Mensch und Umwelt zu gewährleisten.

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