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IGC-Prognose: Weizenfläche 2026/27 schrumpft trotz Rekorderträgen

Die weltweite Weizenproduktion steht vor einer bemerkenswerten Veränderung, da der Internationale Getreiderat (IGC) für die laufende Saison 2025/26 eine Rekordernte von 841,7 Millionen Tonnen prognostiziert. Dies entspricht einem Anstieg von 5,1 % im Vergleich zum Vorjahr, trotz einer leichten Korrektur um 0,3 Millionen Tonnen gegenüber den bisherigen Erwartungen. Haupttreiber für diesen Anstieg sind die verbesserten Erträge in großen Exportländern sowie Zuwächse in Indien, Nordafrika und dem Vereinigten Königreich.

Wechselhafte Aussichten für 2026/27

Für das kommende Jahr 2026/27 geht der IGC jedoch von einer Verringerung der globalen Weizenanbaufläche aus. Erwartet wird ein Rückgang auf etwa 220,8 Millionen Hektar, was rund 1 % unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. Diese Entwicklung könnte zu einem Rückgang der Produktion auf geschätzte 824 Millionen Tonnen führen. Besonders kalte Wetterbedingungen in wichtigen Anbauregionen der nördlichen Hemisphäre wecken Sorgen über mögliche Frostschäden bei Winterweizen.

Anpassungen im Verbrauch und Handel

Im Bereich der Weizennutzung verzeichnete der IGC leichte Kürzungen sowohl im Lebensmittelsektor als auch in der industriellen Anwendung. Der Verbrauch wird nun auf 570,7 Millionen Tonnen bzw. 28,3 Millionen Tonnen geschätzt. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage im Futtermittelsektor robust, mit einer Prognose von 157 Millionen Tonnen. Dies kompensiert teilweise die Kürzungen in anderen Bereichen.

Trotz dieser Anpassungen wird der weltweite Weizenverbrauch für 2025/26 auf etwa 822,8 Millionen Tonnen geschätzt, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 12,4 Millionen Tonnen bedeutet. Hinsichtlich des globalen Weizenhandels erwartet der IGC einen Zuwachs auf 209,5 Millionen Tonnen, angetrieben durch eine starke Nachfrage aus Asien.

Südasien und Russland im Fokus

Bedeutsame Bewegungen zeigen sich in Südasien, wo die Lockerung indischer Exportbeschränkungen den Handel deutlich belebt hat. Bangladesch könnte Importe von nahezu rekordverdächtigen 7 Millionen Tonnen erreichen. Indiens Exporte könnten nun bei 0,9 Millionen Tonnen liegen, deutlich höher als zuvor angenommen.

Zugleich sieht sich Russland mit einem Rückgang seiner Exporte konfrontiert. Trotz einer leichten Anhebung auf 44,2 Millionen Tonnen, markiert dies den niedrigsten Stand seit vier Jahren. Logistische Herausforderungen und eine starke Währung belasten das Exportpotenzial.

Bedeutende Bestandsveränderungen voraus

Laut IGC werden die globalen Endbestände an Weizen am Ende der Saison 2025/26 voraussichtlich auf 282,4 Millionen Tonnen sinken – ein leichter Rückgang gegenüber Januar-Prognosen. Dennoch stellen sie einen erheblichen Anstieg von 18,9 Millionen Tonnen im Vergleich zur Vorsaison dar und markieren den höchsten Stand seit drei Jahren.

Sowohl bedeutende Exportländer als auch Indien profitieren von größeren Vorräten und nähern sich damit dem Spitzenwert von 2022/23 an. Das Verhältnis zwischen Beständen und Verbrauch liegt allerdings leicht unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre bei 34,3 %.

Akteure am globalen Markt müssen sich also auf eine dynamische Entwicklung einstellen, geprägt durch klimatische Unsicherheiten und geopolitische Einflüsse.

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