Der Internationale Getreiderat (IGC) hat die Schätzungen für die globalen Maisproduktion im Wirtschaftsjahr 2025/26 nach oben korrigiert und erwartet nun eine Ernte von 1,31 Milliarden Tonnen. Diese Anpassung stellt nicht nur einen neuen Rekord dar, sondern bedeutet auch eine Zunahme von 73,7 Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Der entscheidende Faktor für diesen Anstieg sind sowohl eine um 4 % größere Anbaufläche als auch ein Ertragszuwachs von 2 %.
Starke Zuwächse in den USA
Besonders in den Vereinigten Staaten wird ein deutlicher Anstieg verzeichnet. Hier wird die Maisproduktion im Jahr 2025 auf etwa 432,3 Millionen Tonnen geschätzt, was einen erheblichen Sprung im Vergleich zu den 378,3 Millionen Tonnen des Vorjahres darstellt. Dies wäre der stärkste Produktionszuwachs seit neun Jahren.
Südamerikas Herausforderung mit dem Wetter
In Südamerika gibt es gemischte Nachrichten zu berichten. Während die Aussaat in Argentinien durch übersättigte Böden behindert wurde, profitieren spätere Saaten von Regenfällen in Buenos Aires und Córdoba. Trotzdem haben ungünstige Wetterbedingungen die Ertragsprognosen gedrückt, sodass der IGC seine Produktionserwartung hier um 0,8 Millionen Tonnen auf 58,5 Millionen Tonnen gesenkt hat.
In Brasilien stimmen erste Ergebnisse der Hauptanbausaison optimistisch. Allerdings waren Verzögerungen bei der Sojaernte und nasse Bedingungen in Mato Grosso hinderlich für die zweite Maisernte. Dennoch hob der IGC seine Prognose für Brasiliens Produktion auf 137,7 Millionen Tonnen, was jedoch immer noch unter dem Vorjahreswert liegt.
Anstieg des Maisverbrauchs erwartet
Laut Prognosen wird der weltweite Maisverbrauch im kommenden Jahr vor allem durch den Futtermittelsektor und die industrielle Nutzung auf einen Höchststand von 1,3 Milliarden Tonnen steigen. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 4 %. Innerhalb der EU wird jedoch ein Rückgang des Maiseinsatzes erwartet, da alternative Getreidearten zunehmend Konkurrenz bieten.
Zukünftige Herausforderungen für die Anbauflächen
Blickt man auf das Jahr 2026/27, so könnten verschiedene agrarwirtschaftliche Bedingungen sowie Fruchtfolgeanforderungen zu einem leichten Rückgang der globalen Maisanbauflächen führen. Obwohl in Südamerika und Asien teilweise mit einer Ausweitung der Flächen gerechnet wird, dürfte dies nicht ausreichen, um den Rückgang in anderen Regionen vollständig auszugleichen.
Letztlich könnte sich die weltweite Anbaufläche um etwa 0,8 Millionen Hektar auf 211 Millionen Hektar verringern. Bei gleichbleibenden Erträgen wäre dann mit einem Produktionsrückgang von etwa 1 % zu rechnen.
Lagerbestände stabilisiert
Trotz dieser Herausforderungen erwartet der IGC stabile globale Endlagerbestände von rund 304,8 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von über 5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Zuwachs ist vor allem auf höhere Bestände bei wichtigen Exportländern wie den USA zurückzuführen.
