Die Preise für Weizen haben nach einem bemerkenswerten Anstieg zuletzt leicht nachgegeben. Diese Entwicklung steht im Kontext von anhaltenden Wetterproblemen auf der Nordhalbkugel. Währenddessen geraten die Maispreise aufgrund zunehmender Importe aus der Ukraine unter Druck, und die Ölsaatenmärkte sind von einem neuen Zollkonflikt betroffen.
Weizen- und Maispreise schwanken
Am Montag verzeichneten die Weizenpreise an der Euronext einen leichten Rückgang, nachdem sie in den Tagen zuvor stark gestiegen waren. Ursachen dafür waren trockenes Wetter im amerikanischen Mittleren Westen sowie starke Regenfälle in Frankreich und Deutschland. In Russland und der Ukraine führen die Auswirkungen einer kürzlichen Kälteperiode zu unterschiedlichen Einschätzungen unter Analysten. Der europäische Weizenmarkt profitiert jedoch von einer gestiegenen internationalen Nachfrage. Die Maispreise fielen ebenfalls leicht, was vor allem auf steigende ukrainische Exporte in die EU zurückzuführen ist. An der Euronext sanken die Weizenpreise für März 2026 um 1,0 €/t auf 196 €/t und für September 2026 um 1,0 €/t auf 200 €/t. Die Maispreise verloren für März 0,75 €/t auf 191 €/t und für Juni ebenfalls 0,75 €/t auf 191,50 Euro.
Zwischen dem 1. Juli und dem 15. Februar exportierte die EU laut Daten der Europäischen Kommission insgesamt 15,1 Millionen Tonnen Weichweizen, verglichen mit 13,6 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Ernteaussichten in Russland und den USA
SovEcon hat seine Prognose für die russische Weizenernte 2026/27 um 2,1 Millionen Tonnen auf 85,9 Millionen Tonnen angehoben. Dies spiegelt überwiegend günstige Erntebedingungen wider, obwohl weiterhin Risiken bestehen bleiben. Die Bodenfeuchtigkeit war im Herbst hoch, und reichlicher Schneefall im Winter könnte eine gute Bodenfeuchtigkeit zu Beginn der Vegetationsperiode gewährleisten. Das russische Landwirtschaftsministerium berichtete Anfang Februar, dass sich 97 % der Winterkulturen in einem normalen Zustand befinden.
In den USA hat das Landwirtschaftsministerium (USDA) seine erste Prognose für die Ernte 2026/27 veröffentlicht: Die Maisanbaufläche wird auf 38,1 Millionen Hektar, und die Weizenanbaufläche auf 18,2 Millionen Hektar geschätzt.
Zollkonflikte beeinflussen Ölsaatenmärkte
Die Rapspreise gaben am Montag im Handel leicht nach und reagierten damit auf Unsicherheiten durch US-Zölle. Eine mögliche Neuverhandlung von Handelsabkommen nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs sorgt bei Händlern für Bedenken. Der neue globale Zollsatz von 15 %, den der US-Präsident angekündigt hat, verstärkt diese Unsicherheiten zusätzlich.
Zudem wächst das Angebot an Sojabohnen rasch in brasilianischen Häfen, was deren Wettbewerbsfähigkeit international erhöht. Trotz hoher Rohölpreise bleibt abzuwarten, wie sich die Spannungen zwischen dem Iran und den USA entwickeln werden.
- März-Weizenpreis: Rückgang um 1 €/t auf 196 €/t
- März-Maispreis: Rückgang um 0,75 €/t auf 191 €/t
- Russische Weizenernteprognose: Anstieg auf 85,9 Mio. t
- Zollkonflikt: Einfluss auf Ölsaatenmärkte
