Die Schweinepreise in Deutschland steigen seit drei Wochen kontinuierlich an, dennoch sind die aktuellen Preise für viele Schweinehalter noch nicht kostendeckend. Neben den Preisen für Schlachtschweine ziehen auch die Ferkelpreise deutlich an, während die Kosten für Futter und Energie ebenfalls wieder steigen.
Anhaltende Nachfrage führt zu Preisanstieg
Das derzeitige Angebot an Schlachtschweinen trifft auf eine rege Nachfrage, wie die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) berichtet. Diese hohe Nachfrage führt dazu, dass der Preis für Schlachtsauen weiter steigt. Auch bei den Ferkeln reicht das Angebot oft nicht aus, um die Nachfrage vollständig zu decken, was ebenfalls zu einem Preisanstieg führt. Die Notierung für Schlachtschweine stieg kürzlich um 5 Cent auf nunmehr 1,60 €/kg SG. Laut der Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) resultiert dieses Plus aus einer knapper werdenden Verfügbarkeit von schlachtreifen Schweinen.
Preiserhöhung reicht nicht zur Kostendeckung
Obwohl die Preise steigen, bleiben viele Schweinehalter wirtschaftlich unter Druck. Die ISN betont, dass eine Notierung von mindestens 2,00 €/kg notwendig wäre, um die Vollkosten in der Ferkelerzeugung und der Mast zu decken. Trotz eines freundlichen Marktumfelds und zusätzlicher Impulse durch frühlingshafte Temperaturen bleibt es für viele schwierig, Gewinne zu erwirtschaften.
Herausforderungen am Fleischmarkt
Von Seiten der Schlachtunternehmen kommen gedämpfte Erwartungen. Sie weisen darauf hin, dass es Zeit brauche, bis höhere Preise am Fleischmarkt umgesetzt werden können. Der europäische Fleischmarkt ist gut versorgt und zeigt bisher keine Anzeichen einer nachhaltigen Trendwende. Robert Elmerhaus vom Tönnis-Agrarblog beschreibt die Situation als herausfordernd: Das Angebot ist ausreichend, aber die Nachfrage bleibt verhalten. Die durchschnittlichen Schlachtgewichte sind leicht zurückgegangen und liegen nun unter 100 Kilogramm.
EU-weite Entwicklungen in der Schweineproduktion
Trotz eines Anstiegs von 2 % bei den Schlachtzahlen in der EU im Jahr 2025 bleibt das Produktionsniveau weiterhin unter dem Niveau früherer Jahre. Von Januar bis November wurden rund 207,7 Millionen Tiere geschlachtet. Spanien konnte seine führende Position weiter ausbauen, während die Zahlen in Deutschland stabil blieben. Auffällig ist ein Anstieg der produzierten Schweinemenge um 3,1 %, was vor allem auf höhere durchschnittliche Schlachtgewichte zurückzuführen ist.
