Anzeige
 

Britische Eierproduktion unter Druck: NFU fordert schnellere Stall-Genehmigungen

Die britische Eierproduktion steht vor einem Investitionsstau. Neue Daten aus der Geflügelbranche zeigen: Viele Betriebe arbeiten mit deutlich überalterten Ställen – während gleichzeitig immer weniger Neubauten genehmigt und umgesetzt werden. Branchenvertreter warnen bereits vor Folgen für Angebot, Preise und Versorgungssicherheit.

Alternde Geflügelställe bremsen Modernisierung

Erstmals hat der Bauernverband NFU eine umfassende Bestandsaufnahme zur Bausubstanz im Legehennensektor vorgelegt. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Ein erheblicher Teil der Produktionskapazität basiert auf Anlagen, die nicht mehr dem technischen Stand moderner Tierhaltung entsprechen.

Rund 20 % der Legehennenställe sind älter als 25 Jahre, das Durchschnittsalter liegt bei etwa 17 Jahren. Noch älter sind Gebäude für Junghennenaufzucht und Zuchtbetriebe. Zwar wurde etwa jeder fünfte Stall umfassend modernisiert oder umgebaut, doch die strukturelle Alterung schreitet schneller voran als die Erneuerung.

Für viele Betriebe bedeutet das steigende Kosten: Energieeffizienz, Arbeitswirtschaft und Tierwohl lassen sich in alten Gebäuden nur begrenzt optimieren. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen aus Handel, Gesellschaft und Gesetzgebung.

Neubauten gehen deutlich zurück

Besonders kritisch bewertet die Branche die Investitionsdynamik der letzten Jahre. Zwischen 2020 und 2025 wurden nur 120 neue Geflügelställe errichtet – rund 40 % weniger als im Zeitraum 2016 bis 2020, in dem 206 Anlagen entstanden.

Damit droht eine strukturelle Lücke. Die Nachfrage nach Eiern steigt kontinuierlich, vor allem nach regional erzeugtem Protein zu moderaten Preisen. Wenn Produktionskapazitäten nicht ersetzt oder erweitert werden, könnte die Versorgung zunehmend von Importen abhängen.

Planungssystem als zentrales Hindernis

Nach Einschätzung der Branche liegt der Hauptgrund nicht im fehlenden Investitionswillen. Viele Landwirte wollen modernisieren, stoßen jedoch auf langwierige Genehmigungsverfahren.
Der Verband fordert daher ein „funktionierendes Planungssystem“, das Stallneubauten und Erweiterungen planbarer macht.

Aus Sicht der Erzeuger geht es dabei nicht um unkontrolliertes Wachstum, sondern um Ersatzinvestitionen: Alte Gebäude sollen durch effizientere, tiergerechtere Anlagen ersetzt werden. Ohne verlässliche Genehmigungen scheuen Betriebe jedoch das finanzielle Risiko.

Wirtschaftlicher Druck entlang der Lieferkette

Neben der Bauplanung nennt der Sektor einen zweiten Engpass: die Vermarktung. Erzeuger berichten von hohen Produktionskosten bei gleichzeitig begrenztem Verhandlungsspielraum gegenüber Handel und Packstellen.

Die NFU argumentiert, nur eine fair ausgestaltete Lieferkette könne die nötigen Investitionen auslösen. Landwirte müssten langfristig kalkulieren können, um Millionenbeträge in neue Geflügelställe zu investieren. Bleiben die Erlöse unsicher, werden Modernisierungen aufgeschoben – mit direkten Folgen für die Eierproduktion.

Auswirkungen auf Verbraucher möglich

Sollte sich der Trend fortsetzen, rechnen Branchenvertreter mit spürbaren Konsequenzen. Eine stagnierende Produktionsbasis trifft auf steigende Nachfrage nach heimischen Eiern. Das könnte entweder zu höheren Preisen führen oder zu stärkerer Importabhängigkeit.