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Bayer Crop Science warnt vor Ernteverlusten durch EU-Regulierungen

Der Pflanzenschutzmittelhersteller Bayer Crop Science warnt vor einer zunehmenden Bedrohung der Ertragssicherung in großen Ackerbaukulturen. Verantwortlich hierfür sind die strengen Regulierungen und Zulassungshürden für Pflanzenschutzmittel in Europa, die eine Einführung neuer Wirkstoffe erschweren.

Regulatorische Herausforderungen

Während des jährlichen Pressegesprächs von Bayer Crop Science wurde auf einen besorgniserregenden Rückgang bei den genehmigten chemisch-synthetischen und biologischen Pflanzenschutzmitteln hingewiesen. Dr. Susanne Kübbeler, Leiterin der Regulierungssparte, kritisierte dabei die übermäßigen Regulierungsverfahren, die nicht mehr den realen landwirtschaftlichen Bedingungen entsprechen würden. Seit 2019 sei in der EU kein neuer chemisch-synthetischer Wirkstoff zugelassen worden, während über 84 solcher Wirkstoffe weggefallen seien.

Auch bei biologischen Alternativen sei ein Nettoverlust von fünf Substanzen zu verzeichnen. Laut Kübbeler stauen sich momentan etwa 76 Anträge für neue Wirkstoffe auf EU-Ebene, deren Genehmigung aus regulatorischen Gründen verzögert werde. Diese langsame Bearbeitung behindere Innovationen im Bereich der Pflanzenschutzmittel.

Ertragssicherung unter Druck

Die derzeitige Situation führt laut Bayer zu einer eingeschränkten Möglichkeit, landwirtschaftliche Kulturpflanzen effektiv zu schützen. Resistente Unkräuter wie Ackerfuchsschwanz und Weidelgras sowie neue Krankheitserreger, die gegen etablierte Wirkstoffe resistent sind, breiten sich zunehmend aus. Zusätzlich bringt der Klimawandel neue Schädlinge und Krankheiten auf europäische Felder.

Kübbeler hob hervor, dass ohne Anpassungen im Genehmigungsverfahren die Landwirtschaft in Europa weiter unter Druck geraten werde. Sie forderte eine Neuausrichtung hin zu einem risiko- statt gefahrenbasierten Ansatz bei der Bewertung von Wirkstoffen.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Lösungen

Crop Science ist die umsatzstärkste Division im Bayer-Konzern, wobei der Umsatz um 1,1 % auf 21,62 Mrd. € stieg. Trotz dieser Steigerung ergab sich ein nominaler Rückgang um 673 Mio. €. Besonders erfolgreich war das Geschäft mit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften, das um 13,2 % zulegte.

Trotzdem sanken die Umsätze im Bereich Fungizide und Insektizide deutlich. Um den Herausforderungen zu begegnen, setzt Bayer auf eine Dreifachstrategie: kurzfristige Lückenfüllungen mit neuen Produktkonzepten ohne Flufenacet und S-Metolachlor, proaktives Resistenzmanagement sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung moderner Technologien wie „CropKey“.

Innovative Technologien

Bayer hat mit MagicTrap 2 eine bedeutende Innovation im Bereich digitaler Lösungen vorgestellt. Diese Technologie hilft Landwirten beim Monitoring der Schilf-Glasflügelzikade, indem sie zweimal täglich Bilder zur Analyse bereitstellt.

Darüber hinaus investiert das Unternehmen in Präzisionszüchtung mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI), um Sorteneigenschaften gezielt verbessern zu können. Die Innovationspipeline umfasst neue Herbizide wie Icafolin sowie Neuheiten bei Getreidefungiziden und -herbiziden.

Bayer plant zudem langfristige Maßnahmen zur Steigerung der Rentabilität durch Vereinfachung des Portfolios und Optimierung globaler Strukturen im Rahmen eines Fünfjahresprogramms unter Leitung von Rodrigo Santos. Ziel ist eine Margenverbesserung von über einer Milliarde Euro bis zum Jahr 2026.

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