Im Jahr 2025 erlebte der deutsche Pelletmarkt eine bemerkenswerte Entwicklung. Mit einem Durchschnittspreis von 343 Euro pro Tonne waren Pellets rund 34 % günstiger als während der Energiekrise 2022, was auf eine Erholung und Stabilisierung des Marktes hindeutet. Dies könnte für viele Verbraucher, die nach kostengünstigen Heizlösungen suchen, ein wichtiger Faktor sein.
Politische Herausforderungen und Marktreaktionen
Trotz des Preisrückgangs war der Markt für erneuerbare Heizsysteme von politischer Unsicherheit geprägt. Dies führte zu einem zögerlichen Verhalten der Verbraucher. Der Deutsche Energieholz und Pelletverband (DEPV) stellte fest, dass die Nachfrage nach Pelletheizungen nach einer zweijährigen Stagnation wieder anstieg. Dennoch bleibt die Austauschraten bei Heizsystemen hinter den gesetzten Klimazielen zurück.
Die kürzlich angekündigten Änderungen im „Gebäudemodernisierungsgesetz“ (GMG) scheinen keinen signifikanten Einfluss auf den Markt auszuüben. Der Verband erwartet daher auch für 2026 nur einen moderaten Anstieg der Verkaufszahlen.
Wachstum in der Pelletproduktion
Anders verhält es sich bei der Produktion: Deutschland hält mit über 4 Millionen Tonnen Pellets weiterhin die Spitzenposition in Europa. Doch auch hier bremst die Unsicherheit am Kesselmarkt mögliche Wachstumsraten aus. Besonders hervorzuheben ist das Qualitätsniveau: 98 % der produzierten Pellets entsprechen der höchsten Qualitätsstufe ENplus A1.
Laut DEPV sind schnelle politische Entscheidungen notwendig, um den Markt zu stabilisieren. Die Sicherstellung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis mindestens 2029 wird positiv gesehen, jedoch sind praxistaugliche Übergangslösungen und weniger komplexe Regelungen erforderlich.
Zukunftsaussichten und Herausforderungen
Für das Jahr 2026 rechnet die Branche mit ähnlichen Verkaufszahlen wie im Vorjahr: Es sollen rund 13.000 luftgeführte Pelletkaminöfen, 23.250 Pelletkessel sowie wasserführende Systeme installiert werden. Zusätzlich werden etwa 750 größere Anlagen, einschließlich KWK-Anlagen, erwartet.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt Deutschland ein Nettoexporteur von Pellets, mit einem Außenhandelsüberschuss von 17.000 Tonnen im Jahr 2025. Hauptabnehmer sind Italien und Österreich, wobei 85 % der Produktion im Inland verbleiben.
Potenzial für weitergehende Produktionssteigerungen
Zwar wurde das Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft: Nur etwa die Hälfte der jährlich anfallenden Sägenebenprodukte wird derzeit zu Pellets verarbeitet. Aufgrund des schleppenden Absatzmarkts erwartet man für das laufende Jahr ähnliche Produktionsmengen wie 2025.
Zusammenfassend zeigt sich der deutsche Pelletmarkt robust, wenn auch durch politische Rahmenbedingungen und Marktdynamik herausgefordert. Die Reduzierung von Heizkosten durch preisgünstigere Pellets könnte in Zukunft eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaziele spielen.

