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EU-Düngemittel-Importe brechen ein: CO₂-Grenzausgleich unter Beschuss

Die jüngsten Daten der Europäischen Union zeigen einen drastischen Rückgang der Stickstoffdünger-Importe im Januar. Die Importe sanken auf lediglich 179.877 Tonnen, was weniger als 16 % des Vorjahreswerts von knapp 1,2 Millionen Tonnen darstellt. Hintergrund für diese Entwicklung ist der sogenannte CO₂-Grenzausgleich, auch Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) genannt, der ab 2026 für Düngerimporte greift.

Auswirkungen des CO₂-Grenzausgleichs

Der CBAM soll sicherstellen, dass importierte Produkte denselben CO₂-Bepreisungen unterliegen wie innerhalb der EU produzierte Waren. Ziel ist es, die EU-Düngemittelhersteller zu schützen und das Abwandern von Emissionen ins Ausland zu verhindern. Dennoch warnen Experten, dass Landwirte dadurch erheblich belastet werden könnten. Stickstoffdünger könnte nicht nur knapper, sondern auch teurer werden.

Bereits im Januar 2026 stiegen die Kosten für N-Dünger um etwa 25 % im Vergleich zum Durchschnittspreis von 2024. Der Dachverband Copa/Cogeca hebt hervor, dass diese Entwicklung die Betriebskosten der Landwirte erheblich beeinflusst, da Düngerkosten zwischen 15 % und 30 % ihrer Gesamtkosten ausmachen können.

Bedeutung für den europäischen Markt

Stickstoffdüngemittel machen etwa 46 % des gesamten Düngemittelverbrauchs in der EU aus, wovon traditionell mehr als ein Drittel importiert wird. Trotz eines Anstiegs der Einfuhren auf rund 2,37 Millionen Tonnen im Dezember 2025 war dieser Trend nicht ausreichend, um den Markt langfristig zu stabilisieren. Die Lagerbestände sind nach Ansicht von Copa/Cogeca besorgniserregend niedrig und decken nur etwa 45 % bis 50 % des Bedarfs für die kommende Ernte ab.

Handlungsbedarf laut Copa/Cogeca

Copa/Cogeca fordert dringende Maßnahmen seitens der EU-Kommission, um den Grenzausgleich zu verschieben und die gestiegenen Kosten für Landwirte zu kompensieren. Auf einem Sonderagrarrat Anfang Januar kündigte EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič an, Zölle auf Stickstoffdünger senken zu wollen. Besonders Meistbegünstigungszölle auf Ammoniak und Harnstoff sollen temporär ausgesetzt werden.

Nicht betroffen von diesen Änderungen sind jedoch die bestehenden Sonderzölle auf russischen Dünger. Zusätzlich plant die Kommission im zweiten Quartal 2026 einen umfassenden Aktionsplan zur Unterstützung des Düngemittelsektors vorzustellen.

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