Der Markt für Schlachtrinder zeigt derzeit eine interessante Dynamik. Obwohl das Angebot an Rindern gering bleibt, was weiteren Preisrückgängen entgegenwirkt, bleibt der Verkauf von Rindfleisch schwierig. Diese Woche sind die Preise für Jungbullen und weibliche Schlachtrinder stabil, während die Preise für Nutzkälber gestiegen sind.
Preisentwicklung bei Schlachtrindern
Laut Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurden in der vergangenen Woche im Durchschnitt 7,26 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG) für Jungbullen der Handelsklasse R3 gezahlt, was einem Rückgang von 2 Cent im Vergleich zur Vorwoche entspricht. Dennoch haben sich die Preise in dieser Woche wieder stabilisiert, nachdem sie zuvor um 10 Cent gefallen waren. Die begrenzte Anzahl an lebenden Tieren verhindert offenbar weitere Preisnachlässe bei den Bullen.
Auch bei den Schlachtkühen hat sich der Preis stabilisiert. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein berichtet von einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Dabei verblüfft es, dass trotz stark gesunkener Milchpreise das Angebot an Schlachtkühen nicht gestiegen ist.
Regionale Unterschiede und Markteinschätzungen
Im Südwesten Deutschlands stellt die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz fest, dass die Schlachter versuchen, den Preisdruck aufrechtzuerhalten. Jedoch bleiben die Preisabschläge moderat, vor allem weibliche Kategorien behaupten sich zunehmend. Insgesamt ist das Erzeugerangebot weiterhin begrenzt.
Zudem gibt es eine Belebung im Kälberhandel. Aufgrund des kleinen Angebots steigen die Preise sowohl bei den schwarzbunten Bullenkälbern als auch bei Mastkreuzungen leicht an.
Aktuelle Preise für Kühe und Kälber
Für R3-Kühe lag der Durchschnittspreis zuletzt bei 6,14 Euro je kg SG, ein Rückgang um 1 Cent gegenüber der Vorwoche. O3-Kühe erzielten zuletzt 5,93 Euro je kg SG, was einem Rückgang von 5 Cent entspricht. Der Preis für Verarbeitungsqualitäten von P2-Kühen betrug 5,22 Euro je kg SG mit einem Abschlag von ebenfalls 5 Cent.
Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) bestätigte am Montag einen unveränderten Preis von 7,00 EUR/kg SG für QS-Ware von R3-Jungbullen aus Fleckvieh und Fleischrassen. Diese Stabilität ist bemerkenswert angesichts eines vorherigen Preisrückgangs um 10 Cent.
Für schwarzbunte Bullenkälber (60 kg) wird aktuell etwa ein Preis von 277 Euro je Tier erzielt – ein Anstieg um 9 Euro gegenüber der Vorwoche und fast 80 Euro mehr als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres.
