Die aktuelle Marktlage bei Rindern zeigt einen deutlichen Preisdruck, da sowohl die Hauspreise einiger Schlachthöfe als auch die Anzahl der Schlachtungen gesunken sind. Marktbeobachter halten jedoch einen signifikanten Preisverfall für unwahrscheinlich, da das Angebot sowohl bei Bullen als auch bei Kühen knapp ist. Die Preise für Bullenkälber bleiben stabil.
Marktbeobachtungen und regionale Unterschiede
Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) beschreibt die Lage als weitgehend ausgeglichen zwischen Angebot und Nachfrage, trotz regionaler Unterschiede. Zu Beginn der neuen Vermarktungswoche konnten sich die Preise behaupten, auch wenn einige Marktbeobachter eine kritischere Sicht auf die Marktlage haben. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein berichtet von unveränderten Notierungen für Jungbullen durch die VEZG, was jedoch nur teilweise von den Vermarktern akzeptiert wird. Das Lebendangebot ist zwar gering, aber die Nachfrage bleibt saisonbedingt schwach.
Einige Schlachtunternehmen versuchen, die Preisempfehlung der VEZG zu unterlaufen, indem sie niedrigere Preise anbieten oder Abnahmestopps einführen. Ähnlich ist die Situation bei Schlachtkühen; auch hier bleiben die Preisempfehlungen unverändert, doch viele Schlachter senken ihre Preise leicht.
Entwicklungen im Südwesten und stabile Kälberpreise
Im Südwesten Deutschlands meldet die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ebenfalls einen Preisdruck auf dem Schlachtrindermarkt. Obwohl das Angebot regional knapp bleibt, wächst der Widerstand gegen das hohe Preisniveau im Metzgereigeschäft. Dennoch wurden Schlachtkühe im Südwesten stabil bewertet.
Trotz der Herausforderungen am Schlachtrindermarkt bleiben die Preise für Nutzkälber stabil. Schwarzbunte Bullenkälber mit einem Gewicht von 60 kg kosten derzeit etwa 268 Euro pro Tier, was einem Anstieg von 70 Euro im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Aktuelle Preisniveaus für Rinder
Am 02. Februar 2026 gab die VEZG bundesweit unveränderte Preise bekannt: Der R3-Jungbullenpreis für Fleckvieh und Fleischrassen blieb bei 7,10 EUR/kg SG, während der Preis für O3-Schlachtkühe (310 kg) ebenfalls mit 5,85 EUR/kg SG stabil blieb. In der Vorwoche lag der Durchschnittspreis für Jungbullen der Handelsklasse R3 bei 7,28 Euro je kg SG, was einem Rückgang von 2 Cent entsprach. Für O3-Jungbullen wurde ein ähnlicher Rückgang verzeichnet.
Auch bei den Schlachtfärsen sanken die Preise: Für R3-Färsen wurden zuletzt 6,84 Euro je kg gezahlt, was einen Rückgang von 5 Cent bedeutete. R3-Kühe erzielten im Bundesmittel zuletzt 6,15 Euro je kg SG – ein Rückgang um 4 Cent im Vergleich zur Vorwoche.
Trotz dieser Turbulenzen zeigt sich der Markt für Nutzkälber widerstandsfähig mit stabilen Preisen, bedingt durch das begrenzte Angebot an Tieren.
