Zum Jahresende 2025 blieben die Preise für ökologisch erzeugte Milch auf einem beachtlichen Niveau, obwohl sie im Dezember leicht nachgaben. Mit durchschnittlich 66,4 ct/kg liegt der Preis weiterhin hoch und zeigt einen deutlichen Unterschied zur konventionellen Milch, deren Preis auf 43,4 ct/kg gesunken ist. Diese Differenz von über 23 Cent pro Kilogramm ist ein Rekord in dem Segment.
Preisentwicklung und Unterschiede
Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) markierte der Dezember 2025 den siebten Monat in Folge mit Preisen über der 65-Cent-Marke für Bio-Milch. Im Oktober wurde sogar ein Höchstpreis von 67 ct/kg erreicht. Trotz des leichten Rückgangs zum Jahresende bleibt der Vorsprung zur konventionellen Milch signifikant. Während die konventionelle Milch einen stärkeren Preisverfall erlebte, konnten Bioerzeuger Ende des Jahres etwa 53 % mehr für ihre Produkte erzielen als ihre konventionellen Kollegen.
Regionale Preisunterschiede
In Deutschland variierte die Preisentwicklung je nach Region. Rund 70 % der Molkereien hielten ihre Auszahlungsleistung konstant, während in anderen Regionen, insbesondere im Norden und Nordwesten, Preissenkungen vorgenommen wurden. Schleswig-Holstein verzeichnete den deutlichsten Rückgang um 2,9 ct/kg, was das Bundesland von der Spitzenposition auf den fünften Rang zurückfallen ließ.
Niedersachsen erlebte einen moderaten Rückgang um 1,0 ct/kg, behauptete jedoch die Tabellenspitze mit einem Preis von 67 ct/kg. In Nordrhein-Westfalen fiel der Preis um 0,8 ct/kg auf 64 ct/kg. Andere Regionen wie Bayern und Baden-Württemberg verzeichneten kleinere Abschläge zwischen 0,2 und 0,3 ct/kg.
Jahresrekord und Ausblick
Trotz dieser leichten Abwärtstendenzen konnte das Jahr 2025 mit einem Rekordabschluss punkten: Der Durchschnittspreis für Bio-Milch lag bei 65,2 ct/kg, was einer Steigerung von 13,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein solcher Durchschnittswert die Marke von 60 Cent überschreitet.
Zudem stieg die Anlieferung von Bio-Milch im Vergleich zum Vorjahr um bemerkenswerte 7,9 %. Diese erhöhte Produktion traf auf eine gestiegene Nachfrage von Verbrauchern nach Produkten wie Konsummilch und Käse in Bio-Qualität. Gleichzeitig waren jedoch rückläufige Tendenzen bei Bio-Butter zu beobachten.
Zukunftsaussichten für Bio-Milchpreise
Blickt man ins Jahr 2026, so wird erwartet, dass sich die im November begonnene Abwärtstendenz fortsetzt. Jedoch dürften die Preissenkungen bei Biomilch geringer ausfallen als bei konventioneller Milch. Dies könnte dazu führen, dass sich der Unterschied zwischen den Preisen beider Milcharten weiter vergrößert. Insgesamt starten die Preise für Biomilch auf hohem Niveau ins neue Jahr.
