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Antibiotikarückstände in Milch: Risiko für Kälbergesundheit erkannt

Eine aktuelle Studie der irischen Forschungsorganisation Teagasc hat das Risiko untersucht, das mit dem Einsatz von Milch mit Antibiotikarückständen in der Kälberfütterung verbunden ist. Obwohl die Wachstumsraten der Kälber über den Studienzeitraum hinweg weitgehend gleich blieben, zeigten sich signifikante Unterschiede in Bezug auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere.

Langzeit- versus Kurzzeitfütterung

Im Rahmen der Studie wurden 87 Kälber in drei Gruppen unterteilt. Die erste Gruppe erhielt über zwölf Wochen hinweg Milchaustauscher mit geringen Mengen von Amoxicillin und Neomycin, die zweite Gruppe bekam diese Mischung nur für drei bis fünf Wochen. Eine Kontrollgruppe wurde mit antibiotikafreier Milch gefüttert. Die Dosierung des Antibiotikums entsprach den Rückstandsmengen, die typischerweise zwei Tage nach Absetzen des Medikaments in Milch zu finden sind.

Ergebnisse zeigten, dass sich das Wachstum bei den Kälbern nicht signifikant zwischen den Gruppen unterschied. Auch die Gesundheitsparameter, ermittelt durch Blut- und Kotproben, blieben zunächst unauffällig.

Veränderungen der Darmflora

Dennoch offenbarten Analysen des Kotes von abgesetzten Kälbern aus den Versuchsgruppen eine negative Veränderung der Darmflora. Laut den Wissenschaftlern könnte dies zu erhöhtem Durchfallrisiko und einem geschwächten Immunsystem führen.

Multiresistente Erreger im Fokus

Ein weiteres alarmierendes Ergebnis war der Nachweis multiresistenter Erreger (MRE) im Kot von Kälbern, die Milch mit antibiotischen Rückständen erhalten hatten. Diese Keime fanden sich auch an Gerätschaften und auf Kleidung des Stallpersonals wieder. Dies weist auf ein erhebliches Risiko für die Verbreitung resistenter Keime hin, besonders durch kontaminierte Objekte.

Empfehlungen zur Hygiene

Die Forschenden raten dringend davon ab, Milch von antibiotisch behandelten Kühen oder mit Hemmstoffen belastete Milch zu verfüttern. Sollte diese Praxis dennoch zum Einsatz kommen, sei es unerlässlich, strikte Hygienemaßnahmen einzuhalten. Dazu zählen regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Kleidung, Geräten und Stalleinrichtungen, um eine Verschleppung der resistenten Keime zu verhindern. Zudem müsse die Gesundheit der Kälber nach dem Absetzen besonders überwacht werden.

Diese Studie unterstreicht die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Antibiotika in der Landwirtschaft und betont die Bedeutung umfassender Hygienemaßnahmen zum Schutz vor multiresistenten Erregern.