Die Milchpreise für Landwirte in Deutschland sind in den letzten Monaten erheblich gesunken, was die wirtschaftliche Lage der Betriebe unter Druck setzt. Im Dezember 2025 erhielten Landwirte im Durchschnitt 10 Cent pro Kilogramm weniger als im August, basierend auf Daten des Bundesamtes für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Diese Abwärtsspirale setzte sich im Januar fort und wird voraussichtlich auch im Februar anhalten.
Aktuelle Preisentwicklungen und regionale Unterschiede
Zum Jahresbeginn fielen die Milchpreise in Norddeutschland unter 38 Cent pro Kilogramm, während sie im Süden Deutschlands etwas höher lagen. Im Bundesdurchschnitt sank der Preis um 3,87 Cent pro Kilogramm im Januar, wie vorläufige Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) zeigen. Die Milchanlieferung liegt weiterhin über dem Vorjahresniveau, was den Markt zusätzlich belastet. Am Spotmarkt werden in der neunten Kalenderwoche Preise von 14 Cent pro Kilogramm in Nord- und 14,5 Cent pro Kilogramm in Süddeutschland gehandelt.
Anzeichen einer Stabilisierung am Milchmarkt
Trotz dieser Herausforderungen gibt es erste Anzeichen für eine mögliche Stabilisierung des Marktes. Der Rohstoffwert Milch, berechnet vom ife Institut in Kiel, stieg im Februar um 3,6 Cent pro Kilogramm oder 11,2 % auf 33,9 Cent pro Kilogramm. Diese Erholung bedeutet zwar noch keine Rückkehr zu den Vorjahreswerten, jedoch verringerte sich der Abstand zu den Auszahlungspreisen an die Landwirte. Besonders Eiweißprodukte erzielten zuletzt bessere Preise.
Zukunftsaussichten und globale Einflüsse
Laut Prognosen der ife-Börsenmilchwerte könnten die Rohstoffwerte in den kommenden Monaten weiter leicht ansteigen und erst ab Juli wieder über 40 Cent pro Kilogramm liegen. Auf dem Weltmarkt gibt es ebenfalls positive Signale: Der Preisindex der Global Dairy Trade in Neuseeland verzeichnet seit Jahresbeginn kontinuierliche Anstiege. Der Durchschnittspreis für dort gehandelte Milchprodukte erreichte umgerechnet 3.398 Euro pro Tonne, was das Niveau von September 2025 widerspiegelt.
Aussicht auf Entspannung erst im Sommer
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die hohe Milchanlieferungsmenge ein Problem für den Markt. Experten erwarten eine Entspannung erst im Sommer dieses Jahres. Die Molkerei FrieslandCampina prognostizierte kürzlich einen Aufschwung des Marktes erst in der zweiten Jahreshälfte. Die gestiegenen Preise an der Supermarktkasse haben allerdings bereits zu einer erhöhten Verbrauchernachfrage geführt, was kurzfristig den Druck auf Produzenten mindern könnte.
