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Maul- und Klauenseuche bedroht Millionen Rinder in Südafrika

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) hat Südafrika erfasst und gefährdet Millionen von Rindern. Trotz der Bemühungen der Regierung, die Ausbreitung durch Impfprogramme einzudämmen, steigen die Kosten erheblich. Präsident Cyril Ramaphosa hat die Seuche als eine der schwersten in der Geschichte des Landes beschrieben und als nationale Katastrophe eingestuft.

Verheerende Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Das MKS-Virus hat sich in fast allen Provinzen Südafrikas verbreitet, besonders betroffen sind die wirtschaftlich bedeutenden Regionen Gauteng und KwaZulu-Natal. Die Seuche hat bereits zu Quarantänemaßnahmen geführt, viele landwirtschaftliche Betriebe stehen unter Isolation, und der Viehtransport wurde eingestellt. In einigen Fällen mussten ganze Herden geschlachtet werden, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

In einem Land mit etwa 14 Millionen Rindern stellt dies eine enorme Bedrohung für die Landwirtschaft dar. Die Seuche betrifft nicht nur die Tiergesundheit, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität, da sie direkt in die Milch- und Fleischerzeugung eingreift – ein Bereich, der jährlich rund 3 Milliarden Euro Umsatz generiert.

Steigende Lebensmittelpreise als Folge

Die Reduzierung der Tierbestände könnte zu einem deutlichen Anstieg der Lebensmittelpreise führen. Dies wäre für viele Südafrikaner ein ernstes Problem, insbesondere angesichts der bereits hohen Arbeitslosigkeit und steigenden Lebenshaltungskosten im Land. Die Sorge wächst, dass erhöhte Preise für Milch- und Fleischprodukte den Alltag vieler Menschen zusätzlich belasten könnten.

Impfmaßnahmen als Gegenmittel

Die Regierung hat sich verpflichtet, den gesamten Rinderbestand so schnell wie möglich zu impfen. Dafür werden ungefähr 28 Millionen Impfdosen benötigt. Da die Produktion des Impfstoffes in Südafrika erst kürzlich wieder aufgenommen wurde, ist das Land auf Importe aus Ländern wie Botswana, Argentinien und der Türkei angewiesen.

Obwohl MKS für Menschen ungefährlich ist, stellt sie für Rinder eine erhebliche Gefahr dar. Infizierte Tiere verlieren oft an Milch- und Fleischleistung, was für Landwirte erhöhte Kosten bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen bedeutet.

Kritik an der Regierung: Zu langsame Reaktion

Südafrikanische Landwirte äußern Kritik über das späte Eingreifen der Regierung. So auch das Ehepaar Carol und Craig Houston, deren Betrieb stark von MKS betroffen ist. Sie berichten von erheblichen Verlusten durch den Ausbruch der Seuche trotz intensiver Biosicherheitsmaßnahmen.

Ihrer Meinung nach kam das Massenimpfprogramm zu spät und führte zu hohen Importkosten des Impfstoffs aus Botswana. Zudem erhielten sie keinerlei Entschädigung für ihre Verluste oder Produktionsausfälle.

Fortdauernde Herausforderungen

Trotz aller Bemühungen dauert das Seuchengeschehen in Südafrika an. Die Houstons konnten ihre Herde nach intensiver Behandlung zwar als MKS-frei erklären lassen, doch sie führen ihr Impfprogramm fort und unterstützen andere betroffene Landwirte. Ihre Kosten aufgrund von MKS belaufen sich insgesamt auf über 2,5 Millionen Rand.

Um eine effektive Verteilung der Impfstoffe sicherzustellen, arbeitet die südafrikanische Regierung eng mit dem Privatsektor zusammen. Trotzdem gibt es weiterhin Vorwürfe über unzureichende Tests und zu späte Maßnahmen seitens der Behörden.