Ein dramatischer Vorfall ereignete sich Anfang Februar in einem Schafstall im Kreis Mecklenburgische Seenplatte, wo ein bislang unbekanntes Raubtier 21 trächtige Mutterschafe tötete. Trotz intensiver Untersuchungen konnten die DNA-Spuren nicht eindeutig einem Wolf oder Hund zugeordnet werden. Der betroffene Schäfer hofft nun auf eine kulante Entschädigungsregelung durch die Behörden, da ihm aufgrund der unklaren Beweislage eine reguläre Entschädigung versagt bleibt.
Ungeklärte Angriffe auf die Herde
In Blumenholz-Usadel, einem kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern, wurden die Schafe in einem ehemaligen LPG-Stall gehalten, der mit Gittern gesichert war. Die Verletzungsmuster deuten auf einen jungen Wolf oder einen großen Hund hin, doch viele der toten Tiere weisen keine typischen Kehlbisse auf. Stattdessen wurden sie an Körperteilen wie Keulen und Schultern verletzt oder starben möglicherweise an Kreislaufversagen und inneren Verletzungen ohne erkennbaren Biss.
Finanzielle Verluste und Hoffnung auf Kulanz
Der finanzielle Schaden für den Schäfer ist erheblich: Er beziffert den Verlust der Tiere und die ausbleibenden Lämmer auf rund 18.000 Euro. Es wird mehrere Jahre dauern, bis die Herde durch den Zukauf neuer Tiere wieder aufgebaut ist. Aufgrund der unklaren Ursache des Vorfalls bleibt dem Schäfer nur die Hoffnung auf eine kulante Lösung seitens der Behörden.
Wiederholte Vorfälle in der Region
Der Tierhalter ist leider kein Unbekannter im Umgang mit Wolfsangriffen. Bereits zu Beginn des Jahres 2024 wurden vier seiner Schafe zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg gerissen. Im Mai des Vorjahres verloren zehn Lämmer und zwei Muttertiere ihr Leben durch ähnliche Angriffe auf einer Weide bei Rühlow.
Im Herbst desselben Jahres beobachtete der Schäfer einen Wolf, der sich seiner Herde näherte. Mit seinem Pickup versuchte er, das Tier von seinem Grundstück fernzuhalten.
Zukunft der Schafhaltung in Gefahr?
Die Situation bringt den Schäfer zunehmend zur Verzweiflung: Trotz Schutzmaßnahmen wie Zäunen und Herdenschutzhunden gibt es keine Garantie für die Sicherheit seiner Herde. Der jüngste Fall in Bredenfelde zeigt dies eindrücklich: Wölfe rissen dort sieben tragende Mutterschafe, vier Lämmer und eine Ziege – trotz anwesender Hunde.
Der Schäfer fordert daher eine schnellere Reaktion bei auffälligen Wölfen, die sich regelmäßig Siedlungen nähern oder wiederholt Nutztiere angreifen, um langfristig die Weidetierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern.
