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Milchpreis-Debatte: Bauernbund kritisiert Hofer für Schleuderpreise

Die Debatte über die Preispolitik im Lebensmitteleinzelhandel eskaliert: Österreichische Milchbauern äußern scharfe Kritik an den niedrigen Preisen, die von Discountern für Milch verlangt werden. Insbesondere der Discounter Hofer gerät ins Visier, da er H-Milch zu einem stark reduzierten Preis von 63 Cent pro Liter anbietet. Diese Preisgestaltung setzt die Milchbauern erheblich unter Druck.

Kritik an der Preispolitik der Discounter

Der Bauernbund und die Landwirtschaftskammer Österreichs heben hervor, dass solche Rabattaktionen nicht nur kurzfristig den Markt verzerren, sondern langfristige negative Auswirkungen auf die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette haben. Der Tiroler Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger betonte in einer Rede im Nationalrat, dass ein Kaugummi derzeit mehr koste als ein Liter Milch, was verdeutliche, wie unhaltbar die Situation für Landwirte sei.

Hechenberger warnte vor den weitreichenden Folgen: Ohne eine faire Bezahlung der Landwirte sei die regionale Lebensmittelversorgung gefährdet. Er rief dazu auf, sich gegen solche „Schleuderpreise“ zu stellen und betonte, dass sie nicht mehr als Partner sondern als Risiko angesehen werden müssten.

Proteste vor Ort und in sozialen Medien

Auch in sozialen Netzwerken wie Instagram machen sich Bauernvertreter stark gegen diese Preisstrategien. Der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Franz Waldenberger, wies darauf hin, dass die angebotene Milch sogar mit dem „AMA-Gütesiegel“ und „Tierhaltung-Plus“ ausgezeichnet sei. Diese Auszeichnungen sollen eigentlich höhere Standards garantieren, stehen jedoch im Widerspruch zu den Niedrigpreisen.

Waldenberger und andere Vertreter fordern eine Rückbesinnung auf faire Preise, die sowohl den Produzenten als auch den Konsumenten gerecht werden. Sie betonen die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft für die Kulturlandschaft und den ländlichen Raum.

Hofer verteidigt seine Preispolitik

Der Discounter Hofer hat auf die Vorwürfe reagiert und erklärt, dass es sich um eine zeitlich begrenzte Aktion handele. Eine Sprecherin des Unternehmens versicherte gegenüber dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt, dass diese Rabattaktion keine Auswirkungen auf die Konditionen der Lieferanten habe. Die Kosten würden vollständig vom Unternehmen getragen.

Zudem hob Hofer hervor, dass der reguläre Preis für einen Liter H-Milch bei 85 Cent liege. Das Unternehmen betont seine langfristigen Partnerschaften mit Lieferanten und das Ziel, qualitativ hochwertige Produkte zu günstigen Preisen anzubieten.

Zukunftsperspektiven in der Agrarpolitik

Die Debatte wirft grundlegende Fragen zur Zukunft der Agrarpolitik auf. Kritiker fordern eine stärkere Regulierung des Lebensmitteleinzelhandels sowie Maßnahmen zur Sicherstellung fairer Produktionsbedingungen. Die Herausforderungen liegen darin, sowohl wirtschaftliche Nachhaltigkeit für landwirtschaftliche Betriebe als auch erschwingliche Preise für Verbraucher zu gewährleisten.

Angesichts dieser angespannten Lage bleibt abzuwarten, wie sich Politik und Wirtschaft positionieren werden, um eine nachhaltige Lösung für alle Beteiligten zu finden.

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