Anzeige
 

Thüringer Bauernverband fordert nach Landtagswahl eigenständiges Agrarministerium

Nach den jüngsten Landtagswahlen in Thüringen hat der Thüringer Bauernverband (TBV) die Notwendigkeit betont, dass die politischen Parteien rasch zu Koalitionsverhandlungen kommen sollten. Der Verband verlangt, dass der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum in den bevorstehenden Gesprächen eine größere Bedeutung zukommt. Schon vor der Wahl hatte der TBV die Forderung nach einem eigenständigen Landwirtschaftsministerium mit vollumfänglichen Kompetenzen erhoben und bekräftigt diese Forderung nun erneut.

Aktuell wird die Thüringer Landwirtschaft durch drei verschiedene Ministerien betreut, was nach Ansicht des TBV den Austausch und die Koordination zwischen den Ressorts erschwert. Besonders im Bereich der Nutztierhaltung und bei Umweltauflagen sieht der Verband erhebliche Herausforderungen, die eine konzentrierte Behandlung in einem Ministerium erfordern. Bisher war das Agrarressort in das Infrastrukturministerium integriert, was auch die Forstwirtschaft, den Verkehr und den Bau umfasst. Die bisherige Agrarministerin Susanna Karawanskij von den Linken, die die bisherige Struktur als bewährt verteidigt hatte, verlor in ihrem Wahlkreis und wird dem neuen Landtag nicht mehr angehören.

Der Bauernpräsident Thüringens, Dr. Klaus Wagner, konnte ebenfalls keinen Sitz im Landtag erringen und unterlag seinem AfD-Konkurrenten Torsten Czuppon. Derweil kehrt Frank Augsten, ehemals Abteilungsleiter im Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum, über die Liste des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) in den Landtag zurück.

Die Wahlergebnisse zeigen eine komplizierte politische Landschaft in Thüringen, wo die AfD mit 32,8% der Stimmen als stärkste Partei hervorging, gefolgt von der CDU mit 23,6% und dem BSW mit 15,8%. Die Linken erreichten 13,1%, die SPD 6,1%, die Grünen 3,2%, und die FDP fiel unter „Sonstige“.

Besonders unter den Landwirten erzielte die AfD mit 40% der Stimmen einen bemerkenswert hohen Anteil, während die CDU 23% erreichte. Das BSW belegte mit 14% den dritten Platz unter den Landwirten, gefolgt von den Linken und der SPD, die jeweils 7% erreichten. Die Grünen kamen auf 4%.

Die Thüringer CDU hat angekündigt, erste Gespräche mit dem BSW und der SPD zu führen, was auf potenziell schwierige Koalitionsverhandlungen hindeutet. In dieser konfliktreichen politischen Konstellation wird der Ruf des Thüringer Bauernverbands nach stärkerer Berücksichtigung landwirtschaftlicher Interessen und einem eigenständigen Landwirtschaftsministerium umso dringlicher.

Weitere Nachrichten aus der Politik

Mecklenburg-Vorpommern hebt Landes-Düngeverordnung auf: Unsicherheit in Roten Gebieten

Die Diskussion um die Düngeregelungen in den sogenannten Roten Gebieten sorgt weiterhin für Unsicherheit in der Landwirtschaft. Nachdem das Bundeslandwirtschaftsministerium bislang keine...

Agrarministerium verzögert Düngereform: Landwirte fordern Klarheit

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) steht unter Druck, Entscheidungen zu den sogenannten "Roten Gebieten" zu treffen, nachdem sowohl ein Gerichtsurteil als auch die Europäische...

Sachsens Minister fordert Kurswechsel für mehr Ernährungssicherheit

Die Sorge um die Versorgungssicherheit hat nun auch den Fokus der Länderebene erreicht. Der sächsische Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch appelliert für eine...

US-Landwirtschaft in der Krise: Trumps Hilfspaket reicht nicht aus

Die landwirtschaftliche Situation in den USA spitzt sich dramatisch zu, während Landwirte mit einem zunehmend untragbaren Schuldenberg konfrontiert sind. Trotz einer von...

Brexit-Folgen: Britische Farmer warnen vor Verlust von Pflanzenschutzmitteln

Der britische Pflanzenschutzverband CropLife UK und der Bauernverband NFU warnen vor den Folgen einer unüberlegten Annäherung des Vereinigten Königreichs an die Europäische...