Anzeige
 

Preise für neuseeländisches Rind- und Lammfleisch auf Rekordniveau

Die Preise für Rind- und Lammfleisch aus Neuseeland bewegen sich derzeit auf einem historischen Hoch. Nach Einschätzung von Beef + Lamb New Zealand (B+LNZ) sollen sie auch in der kommenden Saison 2025/26 stabil bleiben, obwohl internationale Risiken bestehen.

Der neue Ausblick von B+LNZ zeigt, dass die begrenzten globalen Bestände für eine anhaltend hohe Nachfrage sorgen. Selbst die jüngst von den USA eingeführten Zölle haben daran bislang wenig geändert. Vor allem in den Absatzmärkten USA, Europa und Großbritannien zahlen Verbraucher trotz steigender Inflation höhere Preise für Rind- und Lammfleisch, was die Erlöse absichert.

Trotz sinkender Exportmengen stiegen die Einnahmen der neuseeländischen Fleischwirtschaft in der Saison 2024/25 um 1,4 Milliarden NZ-Dollar auf insgesamt 10,5 Milliarden NZ-Dollar. Für die neue Saison 2025/26 wird mit nahezu stabilen Exporterlösen gerechnet, die lediglich um 0,5 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen dürften. Geringere Schafexporte aus Australien gegen Ende 2025 könnten die Schaffleischpreise zusätzlich stützen. Gleichzeitig reicht die Nachfrage aus den USA aus, um die Lieferungen aus Neuseeland und Australien aufzunehmen, während die Verfügbarkeit von Rindfleisch aus Brasilien knapp bleibt.

Für die landwirtschaftlichen Betriebe sind die hohen Weltmarktpreise eine deutliche Verbesserung. Die Saison 2023/24 galt noch als eine der schwierigsten seit der Finanzkrise, als der durchschnittliche Gewinn vor Steuern pro Betrieb auf 18.914 NZ-Dollar fiel und rund 40 Prozent der Höfe Verluste verzeichneten. In der laufenden Saison 2024/25 erholten sich die Gewinne auf 138.600 NZ-Dollar. Für 2025/26 wird mit einem weiteren Anstieg auf durchschnittlich 166.500 NZ-Dollar gerechnet.

Nach Berechnungen von B+LNZ sollen Schaf- und Rinderhalter im kommenden Wirtschaftsjahr einen Wert von 7,2 Milliarden NZ-Dollar auf Betriebsebene erwirtschaften. Täglich fließen rund 15,5 Millionen NZ-Dollar in den Erwerb von Waren und Dienstleistungen. Bei den Wollpreisen wird ebenfalls ein Anstieg erwartet, der bei den meisten Qualitäten über den Scherkosten liegen dürfte. Lediglich Lammwolle bildet hier eine Ausnahme.

Trotz dieser positiven Aussichten weist der Verband auf Risiken hin. Der 15-prozentige Zoll auf Exporte in die USA könnte die Einnahmen des Sektors um bis zu 500 Millionen NZ-Dollar pro Saison verringern. Darüber hinaus fordern US-Verbände höhere Zölle auf neuseeländisches Lammfleisch, während China eine Schutzuntersuchung zu Rindfleischimporten eingeleitet hat.

Auch ein stärkerer neuseeländischer Dollar könnte die Exporterlöse schmälern. Zudem nimmt die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen in Aufforstungsprojekte weiter zu. Nach Angaben von B+LNZ wären die Fleischexporte in den vergangenen fünf Jahren um fast 2 Milliarden NZ-Dollar höher ausgefallen, wenn die Tierbestände nicht durch Flächenverluste an die Forstwirtschaft zurückgegangen wären.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Schweinepreise steigen weiter: Knappes Angebot treibt Notierungen an

Schweinepreise steigen weiter an: Die aktuelle Marktlage zeigt eine anhaltende Aufwärtsbewegung bei den Preisen für Schlachtschweine. Aufgrund des begrenzten Lebendangebots, das die...

Düngerpreise explodieren: Welche Länder jetzt die Versorgung sichern

Die jüngsten Spannungen im Nahen Osten und die daraus resultierende faktische Blockade der Straße von Hormus haben zu einem deutlichen Anstieg der...

Kuhschlachtungen in Deutschland auf Rekordtief trotz sinkender Milchpreise

Im Januar 2026 wurden in Deutschland weniger Kühe geschlachtet als im gleichen Monat des Vorjahres, obwohl die Milchpreise gesunken sind. Diese Entwicklung...

Nahost-Konflikt treibt Rapspreise auf 500 €: Auswirkungen für Landwirte

Die jüngsten politischen Spannungen im Nahen Osten haben den Rapspreis erneut in die Nähe von 500 Euro pro Tonne gebracht. Diese Entwicklungen...

Kartoffelmarkt unter Druck: Überangebot lässt Preise abstürzen

Der europäische Kartoffelmarkt steht vor einer tiefen Krise, die insbesondere die Verarbeitungskartoffeln betrifft. Experten schätzen, dass in den vier größten Anbauländern -...