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Stabilität am Schweinemarkt trotz uneinheitlicher Trends in Europa

Die in Deutschland von der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) empfohlenen Schweinepreise zeigen sich auch in dieser Woche stabil. Mit einem unveränderten Satz von 2,00 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht zum 25. September setzt sich die Tendenz der Vorwochen fort. Diese Preisstabilität wird auch in der kommenden Schlachtwoche, vom 26. September bis zum 2. Oktober, erwartet. Gleichbleibend sind ebenso die Ferkelpreise, die bis zum 29. September weiterhin 65 Euro je Tier (bei einer 25kg schweren 200er Gruppe) betragen. Nach Angaben der VEZG deckt das Angebot an Ferkeln genau die bestehende Nachfrage.

In der letzten Zeit hat sich der Markt für Schlachtschweine in Deutschland ausgeglichen. Eine leichte Steigerung der Nachfrage ist zu verzeichnen, während das Angebot angemessen blieb. Dies führte zu prompten Reaktionen der Schlachthöfe. Die Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) berichtet, dass der Absatz von Schweinefleisch in den meisten Segmenten angestiegen ist. Besonders gefragt waren dabei Bauchstücke, Verarbeitungsschultern und Nacken. Trotz schneller Bestellungen der Schlachthöfe wurden umfangreichere Geschäfte durch Personalmangel gebremst.

Eine Stabilisierung der Preise für diese Woche wurde von der VEZG bereits am Montag in Aussicht gestellt, und diese Prognose hat sich bestätigt. Dennoch lässt die aktuelle Nachfrage keinen Raum für Preisanstiege. Dies zeigte sich auch bei der jüngsten Auktion der Internet-Schweinebörse am 24. September, wo lediglich die Hälfte der angebotenen Schweine, also 325 in zwei Partien, den Besitzer wechselte, weil die Gebote den geforderten Mindestpreis nicht erreichten. Hier sank der Preis um 2 Cent auf durchschnittlich 2,06 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht. In Deutschland fehlen somit weiterhin die Impulse für eine positive Preisentwicklung.

Im europäischen Vergleich entwickeln sich die Schweinepreise unterschiedlich. Die ISN berichtet, dass die Preise in Italien aufgrund des knappen Angebots, verursacht durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, weiter steigen. In den Niederlanden ist eine leichte positive Tendenz von 1 Cent zu verzeichnen, die jedoch von den lokalen Schlachtbetrieben nicht übernommen wird. In Belgien, Dänemark und Österreich bleibt der Markt ebenso stabil wie in Deutschland. In Spanien und Frankreich hingegen sind die Preise seit Wochen rückläufig, mit in Frankreich deutlich stärkeren Rückgängen. Der Wettbewerbsdruck im europäischen Schweinemarkt bleibt hoch, besonders zwischen Marktteilnehmern aus Spanien und Dänemark, die sich gegenseitig aggressive Preispolitiken vorwerfen.

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