Die Handelsströme lebender Schweine in Europa erleben derzeit signifikante Verschiebungen. Laut der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschland (ISN) wurden im Jahr 2025 etwa 10,47 Millionen lebende Schweine nach Deutschland importiert. Dies entspricht einem Rückgang von rund 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders auffällig ist der starke Einbruch bei den Schlachtschweinen, wo die Importe um 39,2 Prozent auf nur noch etwa 760.000 Tiere sanken.
Rückläufige Ferkelimporte trotz stabiler Lieferanten
Der Großteil der Importe entfiel wie üblich auf Ferkel, deren Zahl sich auf etwa 9,71 Millionen belief – ein Rückgang von 5,8 Prozent gegenüber 2024. Dänemark bleibt dabei der Hauptlieferant und exportierte rund 7,33 Millionen Ferkel nach Deutschland, was einem leichten Rückgang von 1,3 Prozent entspricht. Die Niederlande hingegen verzeichneten einen drastischen Einbruch ihrer Exporte nach Deutschland um 18,5 Prozent auf nur noch 2,33 Millionen Ferkel.
Veränderung der Exportmärkte: Spanien rückt in den Fokus
Die niederländischen Ferkelerzeuger haben ihre Handelsbeziehungen zunehmend Richtung Spanien verlagert. Mit etwa 2,67 Millionen importierten Tieren wurde Spanien erstmals der größte Abnehmer niederländischer Ferkel. Diese Entwicklung wurde jedoch durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) Ende November in Spanien abrupt unterbrochen. Der plötzliche Nachfragerückgang aus Spanien führte nicht zu einer Erholung der niederländischen Exporte nach Deutschland im Dezember.
Sinken der Schlachtschweinelieferungen aus Nachbarländern
Nicht nur die Ferkelimporte sind rückläufig: Auch bei den Schlachtschweinen zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend. Die Einfuhren aus den Niederlanden reduzierten sich um 37,4 Prozent auf rund 550.000 Tiere. Belgien lieferte mit etwa 140.000 Tieren sogar 44,2 Prozent weniger als im Vorjahr.
Diese Veränderungen in den Handelsströmen könnten langfristige Auswirkungen auf die europäische Schweinemarktstruktur haben. Der Ausbruch von ASP und andere wirtschaftliche Faktoren könnten die Marktteilnehmer zwingen, ihre Strategien anzupassen und neue Absatzmärkte zu erschließen.
