Der Beginn des Jahres 2026 war für Schweineproduzenten geprägt von einem deutlichen Rückgang der Preise. Der Erzeugerpreis fiel auf 1,45 Euro pro Kilogramm, während die Schlachthöfe zusätzliche Abzüge aufgrund von Qualitätskriterien einführten. Trotz dieser Herausforderungen gibt es jedoch Anzeichen für eine bevorstehende Preiserholung.
Hoffnung auf Besserung
Ab Februar könnten sich die Preise für Ferkel und Schlachtschweine erholen. Die Voraussetzungen dafür sind besser als im Vorjahr, da das Angebot an Ferkeln aus den Niederlanden und Dänemark voraussichtlich weiter zurückgehen wird. Die deutsche Schlachtmenge dürfte stabil bei etwa 45 Millionen Tieren bleiben.
Laut Branchenexperten hat der Schweinemarkt im Januar einen Tiefpunkt erreicht. Typischerweise steigen die Preise von Februar bis Mai aufgrund erhöhter Nachfrage saisonal um 30 bis 50 Cent je Kilogramm Schlachtgewicht, was auch in diesem Jahr erwartet wird.
Strategien zur Marktstabilisierung
Eine temporäre Senkung der Schlachtgewichte könnte helfen, Staus in den Schlachthöfen zu vermeiden. Diese Strategie wird bereits in Dänemark angewandt, um die Kapazitäten besser zu nutzen und Preisschwankungen zu minimieren.
Zudem verfolgt Deutschland eine neue Exportstrategie, um „Made in Germany“ weltweit zu stärken und neue Märkte zu erschließen. Diese Initiative könnte den Markt beleben und das Potenzial für Exporte steigern.
Herausforderungen durch ASP und Mercosur
Trotz positiver Aussichten bleibt die Afrikanische Schweinepest (ASP) ein bedeutendes Risiko für den Markt. Der Ausbruch in Spanien hat die Absatzmöglichkeiten in Drittländern eingeschränkt, könnte jedoch durch ein Abkommen mit China mittelfristig neue Chancen bieten.
Zudem steht das Mercosur-Abkommen unter Beobachtung. Sollte es umgesetzt werden, könnte es den EU-Schweinemarkt beeinflussen, insbesondere wenn Brasilien seine Exporte steigert. Mit Produktionskosten von etwa 1,10 Euro je kg SG ist Brasilien weltweit führend und könnte bei sinkenden Zollschranken verstärkt auf den EU-Markt drängen.
Zukunft der Ferkelproduktion
Die Prognosen am Ferkelmarkt sind unsicher, da niedrige Preise viele Sauenhalter zur Aufgabe zwingen könnten. Eine Umfrage zeigt, dass viele deutsche Produzenten aufgrund hoher Umbaukosten erwägen auszusteigen. Um die Situation zu verbessern, plant die niederländische Regierung den Rückkauf von Nutztierbeständen in Naturschutzgebieten und Dänemark bietet Investitionsbeihilfen an.
Letztlich bleibt abzuwarten, wie sich all diese Faktoren auf den Schweinemarkt im weiteren Verlauf des Jahres 2026 auswirken werden. Marktexperten diskutieren über mögliche Anpassungen der Produktionssteuerung, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.
