Die Schweinepreise in Europa könnten bald einen Aufschwung erleben, da sowohl das Angebot als auch die Schlachtgewichte zurückgehen. Aktuell bleibt die Nachfrage jedoch schwach, was einen Preisanstieg bisher verhindert hat. Dennoch zeigen sich erste Anzeichen einer Preissteigerung im Markt. In der oberen Preisspanne der Schweinenotierung sowie bei den Sauen sind bereits Zuwächse sichtbar. Auch die Ferkelpreise ziehen an.
Angebotsverknappung sorgt für stabilere Marktbedingungen
Wie der aktuelle Marktbericht der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) zeigt, fällt das Angebot an Schweinen erneut kleiner aus. Dies führt zu ausgewogeneren Verhältnissen auf dem Markt und einer stabileren Preisentwicklung. Die Interessengemeinschaft deutscher Schweinehalter (ISN) teilt diese Einschätzung und beobachtet ebenfalls, dass der Angebotsdruck auf dem europäischen Lebendmarkt nachlässt. Trotz dieser Entwicklungen ist der Fleischmarkt weiterhin von einem umfangreichen Angebot geprägt, was den Preisdruck auf verschiedene Fleischteile noch nicht vollständig beseitigt hat.
Herausforderungen durch Handelshemmnisse
Ein weiterer Faktor, der den europäischen Markt beeinflusst, sind bestehende Handelshemmnisse für spanisches Schweinefleisch beim Export in Drittländer. Diese führen dazu, dass mehr spanische Ware auf den europäischen Märkten angeboten wird. Zudem bleibt die innereuropäische Nachfrage saisonbedingt noch verhalten, sodass mögliche Nachfrageimpulse weiterhin ausstehen.
Steigende Preise in Sicht?
Angesichts des nachlassenden Angebotsdrucks könnten die Schweinepreise in naher Zukunft steigen. Die VEZG hat bereits die obere Spanne ihrer Preisempfehlungen angehoben: Für die Schlachtwoche vom 12. bis 18. Februar 2026 liegt der Preis bei stabilen 1,45 EUR/kg SG mit einer Spanne von 1,45 bis 1,50 Euro je kg. Die Schlachtgewichte sind um 0,7 kg auf 99,9 kg gesunken, was auf eine Entspannung im Angebot hindeutet.
Skeptische Einschätzung von Schlachtbetrieben
Trotz dieser positiven Anzeichen bewerten Schlachtbetriebe die Marktlage zurückhaltender. Robert Elmerhaus vom Tönnies-Agrarblog berichtet von einem weiterhin großen Lebendangebot und einer ruhigen Fleischnachfrage für diese Jahreszeit. Der Abbau von Überschüssen verläuft regional unterschiedlich und die durchschnittlichen Schlachtgewichte liegen über 100 Kilogramm.
Anhaltende Herausforderungen für den Sauenmarkt
Laut Elmerhaus bleibt die Situation am Sauenmarkt angespannt: Das umfangreiche Lebendangebot übersteigt die Absatzmöglichkeiten erheblich und führt zum Aufbau von Gefrierbeständen, was wirtschaftliche Belastungen verursacht. Zusätzlich steigt der Druck im Absatz für Verarbeitungsfleisch weiter an und erschwert eine kostendeckende Vermarktung.
