Die aktuellen Ausbrüche der Vogelgrippe haben den europäischen Eiermarkt erheblich beeinflusst und führen zu einem deutlichen Ungleichgewicht. In Deutschland sind die Regale in Supermärkten teilweise leer, und die Preise steigen. Auf der anderen Seite der Grenze, in den Niederlanden, kämpfen Legehennenhalter mit einem Überschuss an Eiern, die aufgrund von EU-Regelungen nicht exportiert werden können.
Vogelgrippe belastet den Eiermarkt
In der niederländischen Provinz Nord-Limburg hat die Vogelgrippe den Eierhandel nahezu zum Erliegen gebracht. Millionen von Eiern, die gesundheitlich unbedenklich sind, dürfen vorübergehend nicht ausgeführt werden. Vor allem der Verlust des deutschen Marktes ist für die Niederländer ein schwerer Schlag; nach Angaben des niederländischen Geflügelverbandes NVP fehlen täglich drei bis vier Millionen Eier im Handel.
Wirtschaftliche Herausforderungen für Landwirte
Die durch die Sperrzonen betroffenen Landwirte stehen nun unter enormem Druck. Die Lagerung führt dazu, dass die Eier an Frische verlieren und nur noch für die Industrie nutzbar sind, etwa zur Herstellung von Teigwaren oder Backwaren. Diese Verwendung bringt jedoch deutlich geringere Einnahmen als der Verkauf frischer Tafeleier. Landwirte müssen daher ihre Produkte weit unter dem Marktwert abgeben, was ihre finanzielle Situation erheblich belastet.
Steigende Preise in Deutschland
In Deutschland führt die Knappheit zu einem Anstieg der Eierpreise in einigen Regionen. Die ohnehin schon belastete Versorgungskette wird durch den Wegfall wichtiger Lieferungen weiter unter Druck gesetzt. Während Produzenten außerhalb der betroffenen Gebiete in den Niederlanden von der Situation profitieren und ihre Eier zu hohen Preisen verkaufen können, bleibt die Lage für nord-limburgische Landwirte und deutsche Verbraucher ernst.
Wie lange dieser Zustand andauern wird, hängt vom Verlauf der Seuche ab. Die Unsicherheit setzt sowohl Erzeuger als auch Konsumenten unter Druck und sorgt für anhaltende Spannungen auf dem Markt.
