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Dramatischer Einkommensrückgang bei Ackerbauern in Europa 2025

Die finanzielle Situation vieler Ackerbauern in Europa hat sich aufgrund niedriger Marktfruchtpreise und hoher Betriebsausgaben erheblich verschlechtert. Eine Untersuchung des Wageningen Social & Economic Research (WSER) zeigt, dass dies sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden der Fall ist. Besonders betroffen sind die Einkommen aus dem Getreide- und Kartoffelanbau, die einen signifikanten Rückgang verzeichnen.

Deutlicher Rückgang der Einkommen

Laut den Agrarökonomen von WSER wird das durchschnittliche Einkommen im niederländischen Ackerbau im Jahr 2025 auf etwa 60.000 Euro pro Landwirt und dessen Familie geschätzt. Dies bedeutet einen Rückgang von 24.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr und von 33.000 Euro verglichen mit dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Der Betriebswirtschaftler Maarten Kik hebt hervor, dass insbesondere die unerwartet schlechten Einkünfte aus dem Kartoffelanbau eine zentrale Rolle spielen.

Infolge dieser Entwicklungen haben 45 Prozent der niederländischen Ackerbaubetriebe mit einem negativen Cashflow zu kämpfen, was auf eine unzureichende Finanzkraft hinweist. Dennoch verfügen viele Betriebe über ausreichende Liquiditätsreserven, um vorübergehende Engpässe zu kompensieren.

Liquiditätsprobleme und Marktbedingungen

Eine Analyse der ABN AMRO Bank zeigt, dass die Liquidität eines typischen niederländischen Ackerbaubetriebs im vergangenen Jahr um 34.000 Euro zurückgegangen ist. Jan de Ruyter, ein Experte für den pflanzenbasierten Sektor bei ABN AMRO, betont die Risiken für Betriebe ohne feste Abnahmeverträge. Diese Landwirte verbrauchen häufig ihre Reserven, da sie aufgrund verzögerter Verkäufe von Kartoffeln oder Getreide lange auf Einnahmen warten müssen.

Tineke de Vries vom niederländischen Bauernverband LTO sieht den Kartoffelmarkt als Hauptursache für die niedrigen Erlöse im Ackerbau. Sie empfiehlt den Landwirten, nicht nur auf Kostensenkungen zu setzen, sondern auch die Qualität ihrer Produkte sicherzustellen, um so weiteren finanziellen Rückschlägen vorzubeugen.

Zyklische Produktion und strategische Überlegungen

Die Wirtschaftswissenschaftler Kik und Mark Manshanden weisen darauf hin, dass der Ackerbau in den vergangenen Jahren relativ hohe Einnahmen verzeichnete – bedingt durch steigende Lebensmittel- und Rohstoffpreise infolge globaler Krisen wie der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Konflikt. Diese Hochphase ist jedoch vorbei, und die aktuellen Preise machen den Sektor anfälliger.

Der Anstieg der Kosten stellt eine zusätzliche Herausforderung dar, da dieser Trend bereits seit längerer Zeit anhält. Die Experten empfehlen Landwirten eine antizyklische Strategie in Betracht zu ziehen – also entgegen der üblichen Praxis zu produzieren – was jedoch sorgfältige Risikoabwägungen erfordert.

Trotz der angespannten Lage gibt es laut Kik auch positive Signale: Viele Betriebe sind finanziell stabil genug, um durch individuelle Lösungen Engpässe zu überbrücken. Die langfristige Sicherung von Qualität sowie strategische Marktanpassungen könnten entscheidend sein für die Zukunft des europäischen Ackerbaus.

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