Die Preise für Rapsschrot verzeichnen derzeit einen signifikanten Anstieg. Am Großmarkt und Importhafen in Hamburg kletterten die Preise im Januar und Februar um etwa 45 Euro pro Tonne, was den Preis auf aktuell 235 Euro je Tonne anhebt. Damit übertrifft Rapsschrot deutlich den Preis von Sojaschrot, der derzeit bei 310 Euro pro Tonne liegt.
Marktentwicklung bleibt ungewiss
Die zukünftige Entwicklung des Marktes ist weiterhin unsicher. Marktanalysten berichten, dass die physische Verfügbarkeit von Rapsschrot eigentlich ausreichend wäre. Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich der Versorgung mit gentechnikfreiem Raps, insbesondere weil die Importe aus der Ukraine zuletzt zurückgegangen sind. Die Kontraktpreise für Rapsschrot zur Lieferung im März, April und Mai verharren in Hamburg weiterhin auf einem hohen Niveau von 235 Euro pro Tonne. Danach wird ein leichter Rückgang erwartet.
Hohe Nachfrage nach Sojaschrot
Trotz der hohen Preise bleibt die Nachfrage nach Sojabohnen und Sojaschrot in Westeuropa stark. Händler berichten, dass der Markt bis Ende März gut versorgt ist, obwohl die Importe derzeit gering sind. Ein Anstieg der Importe wird erst ab Mitte März erwartet. Eine Rekordernte in Brasilien könnte zukünftig den Preis am Ölsaatenmarkt beeinflussen, da Fonds bereits durch Short-Positionen auf fallende Preise setzen.
Einfluss globaler Handelsabkommen
Rapsölpreise werden auch durch internationale Handelsentwicklungen beeinflusst. Die kürzliche Erhöhung der Rohölpreise hat eine positive Wirkung auf den gesamten Biokraftstoffsektor und treibt die Rapspreise an der Euronext nach oben. Politische Entscheidungen, wie die Senkung der Zölle Chinas auf kanadischen Raps von 84 % auf 15 %, haben ebenfalls einen Einfluss auf den Markt.
Kanadische Rapspreise auf Höchststand
Die kanadischen Rapspreise erreichten kürzlich ein Sechsmonatshoch von über 690 CAD pro Tonne. Diese Entwicklung wird durch politische Maßnahmen und eine erhöhte Nachfrage nach Biokraftstoffen begünstigt. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognosen für den globalen Ölsaatenhandel angehoben, was auch den kanadischen Exporten zugutekommt.
Während sich die globale Produktion von Sojabohnen erhöht hat, bleiben die Bestände an Raps und anderen Ölsaaten vergleichsweise niedrig, was weiterhin Druck auf die Preise ausübt. Kanadas Rolle als wichtiger Lieferant wird durch australische Exporte ergänzt, jedoch bleiben diese begrenzt, sodass kanadische Lieferungen entscheidend sind, um die Marktnachfrage zu decken.
