Die Europäische Union hat auf einen jüngsten Skandal um verunreinigte Babymilch mit verschärften Importkontrollen reagiert. Ab Donnerstag müssen alle Lieferungen von Arachidonsäureöl aus China, das in der Produktion von Säuglingsnahrung Verwendung findet, auf den Giftstoff Cereulid getestet werden. Diese Aufgabe fällt den europäischen Zollbehörden zu.
Hintergrund des Skandals
Der Auslöser für die neuen Maßnahmen ist ein Vorfall, bei dem Cereulid in Komponenten entdeckt wurde, die aus einer chinesischen Fabrik stammten und an zahlreiche Hersteller von Babymilch geliefert wurden. Bereits im Dezember hatte die EU-Lebensmittelbehörde vor dem Toxin gewarnt, nachdem dieses in mehreren Chargen von Babynahrung nachgewiesen worden war. Die betroffenen Unternehmen, darunter bekannte Marken wie Nestlé, Danone und Lactalis, sahen sich gezwungen, Produkte in über 60 Ländern zurückzurufen.
Auswirkungen auf die Gesundheit
Cereulid ist besonders gefährlich für Kleinkinder, da es zu Symptomen wie Durchfall und Erbrechen führen kann. Laut Berichten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) sind in mindestens sieben europäischen Ländern Fälle von erkrankten Kindern registriert worden. In Frankreich hat dieser Vorfall sogar strafrechtliche Untersuchungen ausgelöst.
Künftige Maßnahmen
Mit den nun eingeführten strengeren Kontrollen versucht die EU, ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern. Die Entscheidung unterstreicht die Bedeutung einer umfassenden Überwachung der Lieferketten im Bereich der Nahrungsmittelsicherheit. Verbraucher und Hersteller gleichermaßen fordern mehr Transparenz und Sicherheit bei der Herstellung von lebenswichtigen Produkten wie Babynahrung.
