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Millionenverluste: Zuckerfirmen fordern Flächenreduktion von Bauern

Die europäische Zuckerindustrie steht vor einer signifikanten finanziellen Herausforderung, da führende Unternehmen der Branche große Abschreibungen ankündigen. Sowohl die deutsche Südzucker AG als auch die österreichische Agrana Beteiligungs-AG berichten von erheblichen Wertminderungen, die ihre Bilanzen belasten werden.

Finanzielle Belastungen in Millionenhöhe

Südzucker, ein prominenter Akteur im Zuckermarkt, plant außerordentliche Abschreibungen auf ihr Anlagevermögen in der Höhe von 450 bis 550 Millionen Euro. Diese Maßnahme wird voraussichtlich dazu führen, dass für das Geschäftsjahr 2025/26 keine Dividende ausgeschüttet wird. Der Vorstand des Unternehmens beabsichtigt, der Hauptversammlung vorzuschlagen, die Dividendenzahlungen auszusetzen, nachdem im Vorjahr noch 0,20 Euro je Aktie an die Aktionäre ausgezahlt wurden. Die Abschreibungen werden als Sondereinflüsse verbucht und sollen das operative Ergebnis (EBITDA) nicht beeinflussen, stehen jedoch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Aufsichtsrat.

Ähnlich sieht es bei Agrana aus: Der österreichische Zuckerproduzent meldet einen Wertminderungsbedarf im Segment ACS-Zucker. Die geplanten außerplanmäßigen Abschreibungen liegen zwischen 45 und 55 Millionen Euro und werden das EBIT erheblich belasten. Ursprünglich hatte Agrana mit einem deutlichen Anstieg des EBIT auf 45 bis 60 Millionen Euro gerechnet; trotz dieser Wertminderung bleibt die Prognose für das operative Ergebnis bei moderaten 80 bis 85 Millionen Euro über dem Vorjahreswert von 76,5 Millionen Euro bestehen.

Anhaltende Herausforderungen im Zuckermarkt

Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibt ein dominierendes Thema für die Zuckerbranche. Beide Unternehmen betonen die unvorhersehbaren wirtschaftlichen Folgen geopolitischer Entwicklungen und verweisen auf das angespannte Marktumfeld. Bereits im Herbst hatten verschiedene Zuckerverarbeiter ihre Partner in der Landwirtschaft aufgefordert, den Anbau von Zuckerrüben zu reduzieren, um dadurch den Druck auf den Zuckermarkt zu mindern.

Auswirkungen auf Landwirte

Die Forderung nach einer Reduzierung der Anbauflächen stellt viele Rübenbauern vor Herausforderungen. Die Anpassung an diese Veränderungen erfordert strategische Entscheidungen hinsichtlich ihrer landwirtschaftlichen Praxis und könnte Auswirkungen auf ihre Einkommenssituation haben. Landwirte müssen abwägen, wie sie ihre Flächen effizient nutzen können, um wirtschaftlich tragbare Erträge zu erzielen.

  • Südzucker: Abschreibungen von 450 bis 550 Mio. Euro; Aussetzung der Dividendenzahlung vorgeschlagen.
  • Agrana: Wertminderung von 45 bis 55 Mio. Euro; Auswirkungen auf EBIT erwartet.
  • Ziel: Reduzierung der Anbauflächen zur Entlastung des Marktes.

Trotz dieser Widrigkeiten bleiben beide Unternehmen optimistisch hinsichtlich ihrer operativen Ergebnisse und zeigen sich bereit, sich den Herausforderungen des Marktes zu stellen.

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