Schwierige Wetterbedingungen in den wichtigsten Exportregionen treiben die Preise für russischen Weizen nach oben. Stürme im Schwarzen Meer und Eis im Asowschen Meer bremsen die Verschiffung – mit direkten Folgen für die Exportpreise und die Marktprognosen.
Wetter behindert Weizenexport aus Südrussland
Seit Wochen beeinträchtigen extreme Witterungsbedingungen die Logistik in den südlichen Häfen Russlands. Bereits im Januar kam es zu deutlichen Einschränkungen bei der Verladung. Auch im Februar setzen sich die Probleme fort: Stürmische See erschwert den Schiffsverkehr im Schwarzen Meer, während Eisbildung im Asowschen Meer zusätzliche Verzögerungen verursacht.
Die eingeschränkte Verschiffung wirkt sich unmittelbar auf die Preisentwicklung aus. Marktteilnehmer berichten von einer festeren Tendenz am Exportmarkt, da verfügbare Mengen nur verzögert auf den Weltmarkt gelangen.
Exportpreise für russischen Weizen ziehen an
Nach Angaben führender russischer Analysten lag der Preis für russischen Weizen mit 12,5 Prozent Protein und Lieferung in der zweiten Märzhälfte zuletzt bei 233 US-Dollar je Tonne auf FOB-Basis. Das entspricht einem Anstieg von zwei US-Dollar gegenüber der Vorwoche.
Auch andere Marktbeobachter bestätigen die festere Preisentwicklung. Für vergleichbare Kontrakte werden derzeit 231 bis 235 US-Dollar je Tonne FOB genannt, nachdem die Spanne Ende der Vorwoche noch bei 230 bis 233 US-Dollar gelegen hatte. Die Exportpreise reagieren damit sensibel auf die eingeschränkte Logistik und die angespannte Versorgungslage in den Häfen.
Exportprognosen für Februar leicht angehoben
Trotz der wetterbedingten Probleme haben mehrere Analysehäuser ihre Erwartungen für den Weizenexport im Februar nach oben korrigiert. Eine Schätzung geht inzwischen von 3,3 Millionen Tonnen aus – ein Plus von 0,2 Millionen Tonnen gegenüber der vorherigen Prognose.
Ein anderes Marktanalysezentrum erhöhte seine Erwartung um 125.000 Tonnen auf 3,4 Millionen Tonnen. Eine dritte Einschätzung liegt etwas niedriger und bewegt sich in einer Spanne von 3,1 bis 3,2 Millionen Tonnen.
Auswirkungen auf den globalen Getreidemarkt
Russland zählt zu den weltweit wichtigsten Anbietern von Weizen auf dem Weltmarkt. Veränderungen bei Exportpreisen oder Lieferströmen haben daher unmittelbare Auswirkungen auf internationale Handelsströme und Preisentwicklungen.
Die aktuelle Lage zeigt erneut, wie stark der globale Getreidemarkt von logistischen Faktoren und Witterungsbedingungen abhängt. Sollten sich die Bedingungen in den Schwarzmeerhäfen weiter verschärfen, könnte dies zusätzlichen Druck auf die Weizenpreise ausüben.
