Die jüngsten Prognosen von OECD und FAO werfen einen Blick auf die Zukunft der landwirtschaftlichen Produktion und des Verbrauchs bis zum Jahr 2034. Landwirte stehen vor bedeutenden Herausforderungen, da sich die globale Nachfrage nach Agrarrohstoffen trotz eines verlangsamten Bevölkerungswachstums weiter erhöht. Die Weltbevölkerung soll bis 2034 auf 8,8 Milliarden Menschen anwachsen, was einem jährlichen Anstieg von 0,8 % entspricht. Gleichzeitig wird erwartet, dass der Gesamtverbrauch an Agrarrohstoffen jährlich steigt, getrieben sowohl durch den Bevölkerungszuwachs als auch durch den steigenden Wohlstand, insbesondere in Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen.
Steigende Nachfrage nach tierischen Produkten
Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies eine verstärkte Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Futtermitteln. Laut dem Deutschen Bauernverband (DBV) werden etwa 94 % des zusätzlichen Verbrauchs in diesen Ländern stattfinden. Besonders der Bedarf an tierischen Produkten wie Fleisch und Milchprodukten wird zunehmen. Die FAO und die OECD prognostizieren, dass die landwirtschaftliche Erzeugung um 14 % und die Produktion von Fleisch, Milchprodukten und Eiern um 17 % wachsen wird. Im Vergleich dazu steigt die Weltbevölkerung lediglich um 0,8 % pro Jahr.
Wachstumspotenzial bei Geflügel
Besonders hervorzuheben ist das Wachstum im Geflügelsektor, das mit einem Zuwachs von 14,5 % bis 2034 erwartet wird. Dies spiegelt sich auch im Marktanteil wider: Geflügel soll dann 41 % der globalen Fleischerzeugung ausmachen, gefolgt von Schweinefleisch mit 33 %. Auch der Konsum von Rind- und Schaffleisch wird zunehmen, wobei jedoch der Marktanteil geringer bleibt.
Verlagerung zu tierischen Nahrungsmitteln
Ein weiterer Trend ist die Verschiebung der Nachfrage hin zu tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch und Fisch. Bis 2034 soll der Fleisch-Pro-Kopf-Verbrauch weltweit um 0,5 kg auf insgesamt knapp 29 kg anwachsen. Besonders in Entwicklungsländern wird ein starkes Wachstum des Fleischkonsums erwartet, während in Europa aufgrund gesundheitlicher und ökologischer Überlegungen nur ein moderater Anstieg zu verzeichnen sein dürfte.
Anpassungsstrategien für Landwirte
Landwirte müssen sich auf diese Veränderungen einstellen und ihre Produktionsstrategien anpassen. Durch eine Steigerung der Produktivität in sowohl pflanzlicher als auch tierischer Erzeugung können Betriebe wettbewerbsfähig bleiben. In der pflanzlichen Produktion werden 85 % des Wachstums auf Effizienzsteigerungen zurückzuführen sein. Auch in der Tierhaltung sind Verbesserungen im Herdenmanagement entscheidend für das Wachstum.
Kritische Betrachtung zukünftiger Entwicklungen
Trotz dieser positiven Entwicklungen warnt die FAO davor, dass das Wachstumstempo nicht das Niveau des letzten Jahrzehnts erreichen wird. Die Gründe dafür liegen in einer schwächeren Nachfrageentwicklung und geringeren Fortschritten bei der Produktionseffizienz. Für Landwirte bedeutet dies die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Innovation und Anpassung an sich wandelnde Marktbedingungen.
