Die Diskussion um die Verbesserung der deutschen Krisenvorsorge rückt zunehmend in den Fokus der politischen Debatte. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer plant umfassende Änderungen an der nationalen Notfallreserve, die eine Erweiterung um direkt verzehrbare Lebensmittel wie Konserven beinhalten soll. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Versorgung im Krisenfall zu erleichtern, da Konserven ohne vorherige Zubereitung oder Erhitzen konsumiert werden können.
Dezentrale Lagerung als Schlüsselstrategie
Rainer betonte im Bundestag, dass die Lagerhaltung von Konserven vorzugsweise in Zusammenarbeit mit Herstellern und dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) erfolgen sollte. Durch diese Kooperation könnte eine dezentrale Lagerung und Verteilung der Notfallreserven erreicht werden. Gespräche mit Branchenvertretern zu diesem Thema sind bereits im Gange.
Kritik an Vernachlässigung der Landwirtschaft
Der Deutsche Bauernverband (DBV) hebt hervor, dass die Landwirtschaft eine essenzielle Rolle für die Ernährungssicherheit spielt. In einem kürzlich veröffentlichten Papier des Koalitionsausschusses wurde jedoch weder die Bedeutung der Landwirtschaft noch die Versorgungssicherheit explizit erwähnt. Laut DBV-Generalsekretärin Stefanie Sabet ist eine robuste heimische Landwirtschaft mit stabilen Lieferketten entscheidend für Versorgungs- und Ernährungssicherheit.
Sabet unterstreicht, dass während der Corona-Pandemie die Land- und Ernährungswirtschaft als kritische Infrastruktur eingestuft wurde, um die Nahrungsmittelversorgung sicherzustellen. Dies sollte nach Ansicht des DBV nicht nur in Krisenzeiten gelten, sondern Landwirtschaft generell als kritische Infrastruktur betrachtet werden.
Langfristige Perspektiven für Resilienz
Der Ausbau der nationalen Notfallreserve wird als notwendiger Schritt zur Stärkung der Resilienz deutscher Versorgungsstrukturen angesehen. Dabei ist es unerlässlich, alle relevanten Akteure einzubeziehen, um eine umfassende und effektive Krisenvorsorge sicherzustellen. Die Diskussion über die Rolle der Landwirtschaft in diesem Kontext bleibt ein zentrales Thema für künftige politische Entscheidungen.
