Anzeige
 

SEC erhebt Vorwürfe gegen ADM: 40 Mio. $ Bußgeld für Bilanztricks

SEC erhebt Vorwürfe gegen ADM: Manipulation der Bilanzen aufgedeckt

Ermittlungen und Geldstrafe gegen Archer Daniels Midland

Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat schwere Vorwürfe gegen den Konzern Archer Daniels Midland (ADM) erhoben. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, in den Jahren 2021 und 2022 die Bilanzen seiner Sparte Nutrition manipuliert zu haben, um ein höheres Betriebsergebnis darzustellen. Am Dienstag, den 27. Januar, gab die SEC bekannt, dass ADM einer Geldbuße von 40 Millionen US-Dollar (ca. 34 Millionen Euro) zugestimmt hat. Im Gegenzug werden die Ermittlungen eingestellt, ohne dass der Konzern ein Fehlverhalten eingestehen muss.

Sowohl die SEC als auch das US-Justizministerium stellen ihre Ermittlungen ein, nachdem ADM während der Untersuchungen kooperiert hatte.

Ex-Führungskräfte im Visier der SEC

Neben dem Unternehmen selbst stehen auch ehemalige Führungskräfte von ADM im Fokus der Vorwürfe. Die SEC wirft den früheren Vorstandsmitgliedern Vince Macciocchi, Ray Young und Vikram Luthar vor, an den Bilanzmanipulationen beteiligt gewesen zu sein. Insbesondere Luthar soll Rabatte und interne Preisanpassungen nachträglich veranlasst haben, um Investoren durch bessere Betriebsergebnisse zu täuschen. Gegen Luthar läuft derzeit ein Verfahren in Illinois; bis zu einer endgültigen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.

Für Macciocchi und Young sind keine weiteren Ermittlungen mehr anhängig. Sie haben Bußgelder in Höhe von 500.000 US-Dollar bzw. 600.000 US-Dollar akzeptiert.

Anlegerentschädigung durch „Fair Fund“

Um geschädigte Investoren zu entschädigen, richtet die SEC aus den Bußgeldern einen sogenannten „Fair Fund“ ein. Für jeden dieser Fonds wird eine eigene Website erstellt, über die Geschädigte Ansprüche geltend machen können. Dabei müssen sie bestimmte Nachweise erbringen und Bedingungen erfüllen. Auch Investoren außerhalb der USA haben die Möglichkeit, Entschädigungen zu beantragen.

ADM’s Reaktion auf die Vorwürfe

In einer Pressemitteilung hat ADM bestätigt, dass sowohl die SEC als auch das Justizministerium ihre Ermittlungen eingestellt haben. Das Unternehmen betont, dass die Vorfälle keine Auswirkungen auf die Gesamtbilanzen hatten und Maßnahmen ergriffen wurden, um zukünftige Probleme dieser Art zu verhindern.

ADM’s Präsenz in Deutschland

In Deutschland ist ADM hauptsächlich in der Agrarsparte aktiv mit Standorten wie Ölmühlen in Hamburg, Kleve, Magdeburg, Mainz, Rostock und Straubing vertreten. Die Sparte Nutrition wird hierzulande durch die ADM Wild Europe GmbH & Co. KG repräsentiert, welche Zutaten für die Lebensmittelindustrie produziert. Zu ihren Standorten gehören Eppelheim und Nauen.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

China senkt Zölle auf EU-Milchprodukte: Schwieriger Markt bleibt

China hat kürzlich die Zölle auf europäische Milchprodukte gesenkt, was im Rahmen einer umfassenden Antidumpinguntersuchung stattfand. Trotz dieser Maßnahme bleibt es für...

Algerien kauft EU-Weizen: Regen verzögert Brasiliens Soja-Ernte

Die jüngsten Entwicklungen an den Agrarmärkten zeigen eine gemischte Lage mit unterschiedlichen Trends in den verschiedenen Sektoren. Weizen und Ölsaaten stehen dabei...

Schweinepreise steigen: Angebot sinkt, Nachfrage zieht an

Die Schweinepreise in Europa könnten bald einen Aufschwung erleben, da sowohl das Angebot als auch die Schlachtgewichte zurückgehen. Aktuell bleibt die Nachfrage...

OLG Düsseldorf: Kaffeeverkauf unter Herstellungskosten erlaubt

Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat entschieden, dass die Aldi Süd Gruppe in speziellen Aktionswochen Kaffeeprodukte unter den Herstellungskosten verkaufen darf. Diese Entscheidung...

Düngerpreise explodieren: Harnstoff und AHL erreichen neue Höchststände

Die Preise für Stickstoffdünger, insbesondere Harnstoff und Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL), sind in Deutschland auf ein Niveau gestiegen, das seit Februar 2023 nicht mehr...