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Tyson Foods zahlt 48 Mio. USD zur Beilegung von Preisabsprachen-Vorwürfen

Der jüngste Vergleich in einem umfassenden Kartellverfahren in der US-amerikanischen Fleischindustrie wirft erneut ein Schlaglicht auf die Preisabsprachen, die den Schweinefleischmarkt in den letzten Jahren beeinflusst haben. Tyson Foods, einer der größten Akteure in diesem Sektor, hat sich bereit erklärt, 48 Millionen US-Dollar zur Beilegung von Vorwürfen zu zahlen, die das Unternehmen beschuldigen, zwischen 2014 und 2018 die Schweinefleischpreise künstlich erhöht zu haben. Diese Einigung wurde im Januar 2026 vor einem Bundesgericht in Minnesota eingereicht.

Hintergrund der Vorwürfe

Laut den Klägern, zu denen große Restaurantketten wie LongHorn Steakhouse zählen, sollen Tyson und andere Unternehmen die Versorgung mit Schweinefleisch absichtlich verknappt haben. Dies habe dazu geführt, dass Preise für bestimmte Produkte unnötig angestiegen seien. Dies ist die bisher größte einzelne Einigung im Rahmen dieser langjährigen Kartellklagen. Zuvor hatten bereits andere Konzerne wie Smithfield und JBS Vergleichszahlungen in Millionenhöhe geleistet.

Globale Auswirkungen und Reaktionen

Tyson selbst weist alle Anschuldigungen zurück, hat jedoch dem Vergleich zugestimmt, um langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden. In ähnlichen Fällen hat das Unternehmen bereits bedeutende Summen gezahlt: 85 Millionen Dollar im Rahmen einer Verbrauchersammelklage wegen angeblicher Manipulationen am Schweinepreis und 82,5 Millionen Dollar wegen eines Rindfleisch-Preis-Kartells.

Diese Entwicklungen sind auch für landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland und der EU von Bedeutung. Sie verdeutlichen die Risiken kartellrechtlicher Verstöße entlang globaler Wertschöpfungsketten und zeigen das finanzielle Risiko für große Verarbeiter auf. Weltweit dominieren einige wenige Großkonzerne einen erheblichen Teil der Schlacht- und Verarbeitungs-Kapazitäten im Fleischsektor.

Längerfristige Überwachung durch Kartellbehörden

Die Vorwürfe gegen die Schweinefleischproduzenten reichen bis in die späten 2000er Jahre zurück. Bereits seit etwa 2009 sollen Anbieter gemeinsam Angebotsmengen und Preise über eine Beratungsfirma abgestimmt haben, um diese über dem Wettbewerbsniveau zu halten. Dieser Fall ist Teil eines breiteren Trends von Untersuchungen durch US-Kartellbehörden im Fleisch- und Geflügelsektor.

Neben Schwein stehen auch Rind-, Hühner- und Putenfleisch unter Verdacht ähnlicher Preisabsprachen. Mehrere Unternehmen befinden sich aktuell in Vergleichsverhandlungen oder müssen sich vor Gericht verantworten.

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