Die Preise für Schweine und Ferkel in Deutschland verharren weiterhin auf einem niedrigen Niveau, was insbesondere auf saisonale Einflüsse zurückzuführen ist. Obwohl die Schlachtkapazitäten gut ausgelastet sind, bleibt das Angebot an schlachtreifen Tieren hoch. Der Preis für Schlachtschweine lag Ende Januar stabil bei 1,45 €/kg Schlachtgewicht, wie aus den aktuellen Zahlen der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hervorgeht.
Überangebot am Schweinemarkt
Der Schweinemarkt zeigt sich weiterhin angespannt, da die Feiertage im Dezember und Januar nachwirken. Trotz einer leichten Abnahme der Zahl der überschweren Schweine über 110 kg Schlachtgewicht bleibt das Angebot überdurchschnittlich. Das durchschnittliche Schlachtgewicht liegt bei 100,5 kg. Diese Situation führt zu einem Überhang an Tieren, die nicht zeitgerecht vermarktet werden können.
Anhaltende Tiefpreise bei Ferkeln
Auch bei Ferkeln ist das Preisniveau niedrig. Während Ferkel im Juli 2025 in Bayern noch bei etwa 90 Euro pro Tier notierten und deutschlandweit bei rund 80 Euro, sind die Preise seitdem stark gefallen. Mitte Januar erreichten sie mit rund 40 Euro pro Tier ihren bisherigen Tiefpunkt. Vor einem Jahr lag der Preis noch bei 61 Euro pro Tier.
Hoffnung auf Preisanstieg im Frühjahr
Klaus Kessing von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) zeigt sich jedoch optimistisch für die kommenden Monate: Sobald der Überhang abgebaut ist, könnten die Preise im Frühjahr und Sommer wieder spürbar steigen. Die Marktlage hat sich leicht entspannt; sowohl das Angebot an Ferkeln als auch die Nachfrage durch Mäster zeigen positive Signale.
Innovative Ansätze zur Marktstabilisierung
Um zukünftige Marktstauungen zu vermeiden, plant die Ringgemeinschaft Bayern verschiedene Maßnahmen. Für den Jahreswechsel 2026/2027 wird empfohlen, gezielte Genetik einzusetzen, um Tiere entweder vor oder nach den Feiertagen schlachtreif zu haben. Dies soll helfen, einen erneuten Vermarktungsstau und einen damit verbundenen Preisverfall zu verhindern.
Laut Stephan Neher von der Ringgemeinschaft Bayern könnte eine vorausschauende Planung durch die Auswahl richtiger Eber stabile Preise und volle Ställe im Herbst sichern. Die bayerische Genetik stellt hierfür Zuchtwerte zur Verfügung, um die Auswahl hinsichtlich der Wachstumsgeschwindigkeit zu erleichtern.
