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Fendt verliert 14,6 % – warum der Marktführer trotzdem gewinnt

Von 7.392 auf 6.314 Traktoren: Fendt verzeichnet den größten Einbruch aller Top-Marken. Dennoch baut der Allgäuer Hersteller seinen Vorsprung aus. Die Erklärung liegt nicht in den Stückzahlen – sondern in einem Phänomen, das die gesamte Branche betrifft.


Der deutsche Traktormarkt erlebt einen historischen Einbruch. 2025 wurden nur noch 25.711 Neutraktoren zugelassen – ein Minus von über 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mittendrin: Fendt, der unbestrittene Marktführer aus Marktoberdorf. Mit 1.078 verkauften Traktoren weniger als im Rekordjahr 2024 trifft es keinen Hersteller härter.

Doch während die Zahlen auf den ersten Blick alarmierend wirken, erzählen sie bei genauerem Hinsehen eine völlig andere Geschichte.

Der Markt schrumpft – Fendt dominiert weiter

Fast jeder vierte neue Traktor in Deutschland trägt 2025 das Fendt-Logo. Mit einem Marktanteil von 24,6 Prozent (ab 0 PS) behauptet sich der Allgäuer Hersteller souverän an der Spitze. In der für Landwirte relevanten Klasse ab 51 PS liegt der Anteil sogar bei beeindruckenden 30,9 Prozent – fast jeder dritte Traktor kommt aus Marktoberdorf.

John Deere folgt auf Platz zwei mit 4.264 zugelassenen Traktoren (17 Prozent Marktanteil). Der Abstand zum Verfolger: 2.051 Einheiten. Zwar ist dieser Vorsprung geringer als im Vorjahr (3.128 Traktoren), doch die Marktführerschaft steht außer Frage.

„Zum dritten Mal in Folge stehen wir in Deutschland auf Platz eins der Zulassungsstatistik – ein großartiger Erfolg in einem herausfordernden Jahr“, erklärt Wolfgang Möhrer, Leiter Fendt Vertrieb Deutschland.

Warum alle verlieren – und Fendt trotzdem gewinnt

Das Paradox lässt sich mit einem Blick auf die Konkurrenz auflösen: Alle zehn bestplatzierten Traktormarken verzeichneten 2025 rückläufige Zulassungszahlen. Der Unterschied liegt im Detail.

Während Fendt prozentual am stärksten verlor (14,6 Prozent), fielen die Rückgänge bei Deutz-Fahr, Claas und New Holland mit unter 5 Prozent moderater aus. John Deere büßte rund 6 Prozent ein.

Die Erklärung: Fendt kam von einem historischen Hoch. 2024 hatte der Hersteller mit 7.392 Neuzulassungen einen absoluten Rekord aufgestellt – und seinen Marktanteil von 20,2 Prozent (2023) auf 25,2 Prozent katapultiert. Der jetzige Rückgang ist vor allem eine Normalisierung nach einem außergewöhnlichen Jahr.

Die wahre Stärke zeigt sich im Image

Zahlen sind das eine. Doch was deutsche Landwirte wirklich über Fendt denken, zeigt das DLG-ImageBarometer 2024/25.

In der unabhängigen Befragung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft erreicht Fendt mit 60 Punkten erneut den ersten Platz unter allen Landtechnikmarken. Damit ist der Hersteller aus dem Allgäu die einzige Traktormarke unter den fünf bekanntesten Agrarmarken Deutschlands – gleichauf mit Bayer CropScience und den Volks- und Raiffeisenbanken.

Die Befragung von 670 Landwirten ergab: Fendt führt in allen Teilbereichen – Bekanntheit, Loyalität, Zufriedenheit und Innovationsstärke. Besonders bemerkenswert: In der Stammregion Süddeutschland verbesserte sich Fendt sogar auf 63 Punkte, den höchsten Wert im gesamten Ranking.

Was den Erfolg erklärt

Drei Faktoren machen Fendt auch in der Krise stark:

Wertstabilität: In einem Markt, in dem Landwirte zurückhaltender investieren, greifen sie zu Marken mit hohem Wiederverkaufswert. Gebrauchte Fendt-Traktoren erzielen konstant Spitzenpreise – ein entscheidendes Kaufargument in unsicheren Zeiten.

Produktoffensive: Mit dem Fendt 728 Vario Gen7 hat der Hersteller 2024 den meistverkauften Traktor Deutschlands im Programm. Über 1.500 Einheiten wurden allein von diesem Modell zugelassen – ein Rekord für ein einzelnes Traktormodell.

Händlernetz: Fendt profitiert von einem dichten Vertriebsnetz mit hoher Servicequalität. In der DLG-Befragung schneidet die Marke auch bei der Betreuung durch Vertriebspartner überdurchschnittlich ab.

Was 2026 bringt

Die Zeichen stehen auf Erholung. Zwar bleibt die wirtschaftliche Lage für Landwirte angespannt – politische Unsicherheiten und volatile Erzeugerpreise bremsen Investitionen. Doch aufgeschobene Anschaffungen werden nachgeholt, sobald sich die Rahmenbedingungen stabilisieren.

Für Fendt spricht die Marktposition: Wer in schwierigen Zeiten Marktführer bleibt, profitiert überproportional, wenn die Konjunktur anzieht. Der Einbruch von 14,6 Prozent ist keine Schwäche – er ist der Beweis, dass Fendt vom höchsten Gipfel gefallen ist.

Und auf dem Gipfel steht der Hersteller aus Marktoberdorf immer noch.


Stand: Januar 2026. Datenquellen: Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), DLG-ImageBarometer 2024/25.

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