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Bioenergieverbände fordern schnelle Umsetzung des Biomasse-Pakets

Die im Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) zusammengeschlossenen Bioenergieverbände appellieren an die Bundesregierung, das im Sommer angekündigte Biomasse-Paket zügig voranzutreiben. Sie verweisen auf das Scheitern der Strategie, große Biomethan-Blockheizkraftwerke (BHKW) zu etablieren.

Bei der jüngsten Vergabe konnte die Bundesnetzagentur lediglich ein Angebot für ein großes Biomethan-BHKW verbuchen, welches letztendlich keinen Zuschlag erhielt. Dies markiert bereits die vierte Ausschreibung in Folge ohne erfolgreiche Vergaben. Sandra Rostek, Leiterin des HBB, ist von diesen Ergebnissen nicht überrascht: „Dr. Robert Habeck beabsichtigte mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023 eine Umstellung des Bioenergiesektors auf Biomethan-Spitzenlastkraftwerke, allerdings ohne Wärmeauskopplung. Dieser Ansatz ist nun offensichtlich gescheitert, was die aktuellen Ausschreibungsergebnisse im Bereich Biomethan bestätigen.“

Angesichts wiederholter erfolgloser Ausschreibungen im Biomethanbereich, während Biogas- und Holzenergieprojekte überzeichnet waren, drängt Rostek auf ein schnelles Handeln des Wirtschaftsministeriums: „Noch dieses Jahr muss das Biomasse-Paket eingeführt werden, um einem beschleunigten Niedergang der deutschen Bioenergiebranche entgegenzuwirken. Andernfalls droht Anfang 2025 mit der nächsten Ausschreibungsrunde ein massenhaftes Abschalten von Anlagen.“

Ein Strategiewechsel scheint jedoch möglich. „Zuerst sollte das Ausschreibungsvolumen für Biogas- und Holzenergieanlagen deutlich erhöht werden, um weitreichende Stilllegungen zu vermeiden“, schlägt Rostek vor. Weiterhin empfiehlt sie, Biogasanlagen durch einen Flexibilitätszuschlag von 120€/kW in die Lage zu versetzen, auf flexiblere Betriebsweisen umzustellen.

Diese Anpassungen würden es den Anlagen ermöglichen, den Anforderungen eines modernen Strommarktdesigns gerecht zu werden – und das kosteneffizienter als durch den Bau neuer Gaskraftwerke. „Wenn wir nicht handeln, verlieren wir bis 2030 erhebliche Mengen an Strom und Wärme sowie mehrere Gigawatt an sicherer regelbarer Leistung, was eine klimapolitische Katastrophe bedeuten könnte“, warnt Rostek abschließend.

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