Der Eigentümerwechsel am einzigen Seehafen Moldaus steht kurz vor dem Abschluss. Die Hafenübernahme Giurgiulesti durch den rumänischen Staatsbetrieb Constanța markiert einen strategischen Schritt für die Logistik im Schwarzmeerraum und entlang der Donau.
EBRD veräußert 100 Prozent an Danube Logistics
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat angekündigt, den Verkauf ihres Hafenbetreibers Danube Logistics abzuschließen. Bereits am 31. Dezember 2025 wurde eine Aktienkaufvereinbarung (SPA) unterzeichnet. Gegenstand ist die Übertragung von 100 Prozent der Anteile an ICS Danube Logistics, dem Betreiber des Internationalen Freihafens Giurgiulesti.
Käufer ist die rumänische staatliche Gesellschaft Maritime Ports Administration SA Constanța, die den Port of Constanța verwaltet. Die Zustimmung zur Vereinbarung wurde am 12. Februar offiziell bestätigt. Der formelle Abschluss der Transaktion wird in Kürze erwartet.
Investitionen in Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit
Mit der Übernahme verpflichtet sich Constanța zu umfangreichen langfristigen Investitionen in den Hafen Giurgiulesti. Geplant sind der Ausbau der Umschlagkapazitäten, die Modernisierung der Infrastruktur sowie eine stärkere Integration in die Handelsströme im Schwarzmeerraum und im Donaubecken.
Nach Angaben der EBRD sollen die Investitionen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens erhöhen. Sie zielen auch darauf ab, die logistische Resilienz Moldaus zu stärken und regionale Handelsverbindungen auszubauen. Gerade vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten gewinnt die Diversifizierung von Transportkorridoren zunehmend an Bedeutung.
Entwicklung seit 2021: Wachstum bei Umschlag und Erträgen
Seit der vollständigen Übernahme von Danube Logistics im Jahr 2021 war die EBRD alleinige Eigentümerin des Hafens. In dieser Zeit verzeichnete der Standort ein kontinuierliches Wachstum bei Frachtvolumen, Umsätzen und Profitabilität. Zudem wurde die Kapitalstruktur stabilisiert und das Angebot an Lager- und Umschlagmöglichkeiten erweitert.
Mit dem Verkauf an einen strategischen Investor sieht die Bank ihr Ziel erreicht, den Hafen langfristig im europäischen Handelsnetzwerk zu verankern. Die Hafenübernahme Giurgiulesti könnte damit die Rolle des Standorts als Schnittstelle zwischen EU, Schwarzmeerregion und Donauraum weiter stärken.
