Die Universität Stuttgart hat in Kooperation mit dem Bioenergiehof Weitenau ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Biomethan entwickelt, das insbesondere für Betreiber kleiner Biogasanlagen von Interesse sein dürfte. Dieses Verfahren, bekannt als Triple A-Technologie, nutzt Aminosäuresalze, um CO2 effektiv aus Rohbiogas zu entfernen. Diese Methode bietet im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren mehrere Vorteile, darunter die Vermeidung flüchtiger und potenziell schädlicher Emissionen.
Vorteile der Triple A-Technologie
Ein wesentlicher Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass die eingesetzten Lösungsmittel möglicherweise direkt auf den Biogasanlagen produziert und wiederverwendet werden können. Darüber hinaus ist das Verfahren weniger korrosiv und kann weitgehend unter normalen Umgebungsbedingungen betrieben werden. Trotz der höheren Aufbereitungskosten bei kleinen Anlagen wird ein erhebliches Klimaschutzpotenzial durch den hohen Anteil an Wirtschaftsdünger im Substratmix erwartet. Die Universität Stuttgart verfolgt das Ziel, diesen Anlagen auch nach der EEG-Förderphase eine wirtschaftlich tragfähige Biomethanproduktion zu ermöglichen.
Praxistests bestätigen Effizienz
Im Rahmen des Projekts wurde das Verfahren sowohl im Labor als auch mit einer mobilen Container-Versuchsanlage getestet. Die Anlage wurde an die Biogasanlage des Bioenergiehofs Weitenau angeschlossen, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben. Dabei wurde eine CO2-Abscheideleistung von bis zu 92,3 Prozent erzielt. Das produzierte Methan wies eine Reinheit von 93,8 Vol.-% auf, was jedoch noch nicht für die Einspeisung ins Erdgasnetz ausreicht. Der Methanschlupf lag zwischen 0,9 und 1,3 Prozent und könnte laut Forschern noch weiter reduziert werden.
Zukünftige Entwicklungen und Optimierungen
Die Universität Stuttgart plant weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Treibhausgasbilanz der Anlage. Trotz des derzeit hohen Wärmebedarfs könnte ungenutzte Abwärme durch den Einsatz von Wärmepumpen und Wärmetauschern nutzbar gemacht werden. Zudem könnte der erhöhte Stromverbrauch durch Photovoltaikanlagen gedeckt werden. Diese Maßnahmen könnten die Energiekosten um bis zu 67 Prozent senken und das Verfahren so wirtschaftlich attraktiver machen.
Zukunftspotenzial der Technologie
Dr. Ludger Eltrop von der Universität Stuttgart betont die ökologischen Vorteile der Triple A-Technologie trotz ihrer möglicherweise höheren Kostenstruktur. Insbesondere durch den geringen Methanschlupf und die Verwendung umweltfreundlicher Aminosäuresalze stellt sie eine nachhaltige Option für die Biomethanproduktion dar. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat finanziell unterstützt und hat das Potenzial, einen bedeutenden Beitrag zur Förderung erneuerbarer Energien zu leisten.
