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Antibiotikaeinsatz 2025: Rückgang bei Kühen, Anstieg bei Geflügel

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die aktuellen Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit von Arzneimitteln bei landwirtschaftlichen Nutztieren für das Jahr 2025 veröffentlicht. Diese Daten bieten Landwirten die Möglichkeit, ihre betrieblichen Werte im zweiten Halbjahr 2025 zu überblicken und mit den bundesweiten Zahlen zu vergleichen.

Antibiotikaeinsatz: Rückgang bei Rindern, Anstieg bei Geflügel

Laut BVL zeigt sich ein unterschiedliches Bild beim Antibiotikaeinsatz je nach Tierart. Bei Milchkühen und Kälbern, ebenso wie bei Saugferkeln und Zuchtschweinen, ist ein Rückgang der Therapiehäufigkeit im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu stiegen die Werte sowohl bei Masthühnern als auch Mastputen an.

Bei Ferkeln unter 30 kg Lebendmasse sind beide Kennzahlen angestiegen, während es bei Mastschweinen eine gemischte Entwicklung gibt: Hier stieg die erste Kennzahl, während die zweite sank.

Verpflichtungen für Tierhalter

Tierhalter sind verpflichtet, ihre eigenen Therapiehäufigkeiten regelmäßig mit den bundesweiten Kennzahlen abzugleichen. Die entsprechenden Daten können aus der HIT-Datenbank entnommen werden oder kostenpflichtig vom LKV per Post bezogen werden.

Betriebe, deren Werte über der zweiten Kennzahl liegen, müssen einen Maßnahmenplan zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes erstellen und diesen der zuständigen Überwachungsbehörde vorlegen. Wird nur die erste Kennzahl überschritten, müssen Tierhalter zusammen mit einem Tierarzt die Ursachen untersuchen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.

Kennzahlen verstehen

Die erste Kennzahl repräsentiert den Median aller erfassten halbjährlichen Therapiehäufigkeiten in deutschen Betrieben. Das bedeutet, dass 50 % aller Betriebe unter diesem Wert liegen. Die zweite Kennzahl stellt das dritte Quartil dar, also den Punkt, unter dem 75 % der erfassten Therapiehäufigkeiten fallen.

Sofern keine Überschreitungen vorliegen, sind keine weiteren Maßnahmen notwendig. Dies gilt insbesondere für das erste Halbjahr 2026.

Ausblick

Diese Daten des BVL verdeutlichen die Notwendigkeit eines umsichtigen Einsatzes von Arzneimitteln in der Landwirtschaft. Besonders der Anstieg bei Masthühnern und Mastputen zeigt Handlungsbedarf auf. Die Zahlen dienen als wichtige Grundlage für eine nachhaltige Praxis im Umgang mit Antibiotika in der Tierhaltung.