In einer Zeit, in der die Kluft zwischen Stadt und Land immer deutlicher wird, äußert der Agrarjournalist Amos Venema in einem Gastkommentar seine Vision von einer harmonischeren Zukunft. Er träumt von einer Realität, in der Landwirte nicht mehr unter dem Druck stehen, ständig Tabellen ausfüllen zu müssen oder gesetzliche Fristen für ihre Felder und Ställe einzuhalten. Stattdessen sollten die Erlöse ihrer Produkte mit dem Wohlstand der Bevölkerung wachsen.
Wiederentdeckung des Vertrauens in die Landwirtschaft
Laut Venema sollten die Errungenschaften und das Wissen aus der Ausbildung eines Landwirts direkt in der Praxis anwendbar sein. Ein weiterer Wunsch ist es, dass die Verbraucher ihre Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten überdenken – also nicht nur hohe Standards unterstützen, sondern diese auch tatsächlich beim Kauf berücksichtigen. Zudem betont er die Wichtigkeit wissenschaftlicher Erkenntnisse im öffentlichen Diskurs über landwirtschaftliche Praktiken, anstatt sich von lauten Minderheiten beeinflussen zu lassen, die oft eigene wirtschaftliche Interessen verfolgen.
Der Stadt-Land-Konflikt als zentrale Herausforderung
Die Herausforderungen zwischen städtischen und ländlichen Gebieten beschreibt Venema als eine der größten unserer Zeit. Städter genießen zwar den ländlichen Raum für Freizeitaktivitäten, doch oft ohne Verständnis für das Leben und Wirtschaften dort. Diese Ambivalenz führt häufig zu einem Verlust der Selbstbestimmung der ländlichen Bevölkerung. Eine gesamtgesellschaftliche Anerkennung und Respekt vor den Bedürfnissen des ländlichen Raums sind notwendig, um jungen Menschen wieder Perspektiven in der Landwirtschaft zu bieten.
Notwendige gesellschaftliche Veränderungen
Für Venema ist klar: Ein gesellschaftliches Umdenken hin zu mehr Verständnis und Respekt könnte helfen, die heimische Landwirtschaft langfristig zu sichern. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch kommende Generationen mit Vertrauen und Zuversicht in diesen Berufszweig einsteigen können. Der Beitrag „Stadt-Land-Konflikt: Mehr Miteinander und Respekt, bitte“ erschien ursprünglich bei LAND&FORST.
