Das Bundesumweltministerium plant, bis 2027 bis zu 30 Millionen Euro für die Förderung von Agroforstsystemen bereitzustellen. Diese Mittel sollen aus dem Klima- und Transformationsfonds im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz fließen. Ziel ist es, die Neuanlage und den Erhalt von Gehölzen, Hecken und Bäumen auf Agrarflächen zu unterstützen, um so positive Effekte für das Klima und die Artenvielfalt zu erzielen.
Bundesländer in der Pflicht, Fördermaßnahmen umzusetzen
Der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) fordert von den Bundesländern, die notwendigen Förderrichtlinien schnellstmöglich aufzusetzen. Laut Daniel Fischer vom DeFAF sollte der Zugang zu diesen Fördermitteln unkompliziert gestaltet werden. Bislang haben nur wenige Länder entsprechende Programme aktiviert, was dazu führen könnte, dass ungenutzte Gelder zurückfließen und anderweitig eingesetzt werden.
Konkurrenzfähige Fördersätze für Agroforstprojekte
Der Planungsausschuss für Agrarstruktur hat am 19. September 2025 beschlossen, dass Zuschüsse für Agroforstsysteme im Rahmenplan zur Agrarstruktur vergeben werden können. Die Fördersätze variieren je nach Pflanzentyp: Gehölze zum Kurzumtrieb können mit bis zu 1.566 Euro pro Hektar, Sträucher mit bis zu 4.138 Euro pro Hektar und Bäume zur Nahrungsmittel- oder Wertholzproduktion mit bis zu 5.271 Euro pro Hektar gefördert werden. Zudem gibt es zusätzliche finanzielle Anreize für Projekte mit hoher Artenvielfalt oder naturschutzfachlichen Konzepten.
Gemeinsame Finanzierung durch Bund und Länder notwendig
Die geplanten Förderungen setzen eine Kostenverteilung zwischen Bund und Ländern voraus: Der Bund übernimmt 60 Prozent, während die Länder 40 Prozent der Kosten tragen sollen. Bei voller Ausschöpfung könnten dadurch bis zu 50 Millionen Euro insgesamt mobilisiert werden, was die Umgestaltung der Agrarlandschaften erheblich unterstützen könnte.
Bedeutung der Förderung für Klimaschutzpotenziale
Sollten selbst nur 25 Millionen Euro genutzt werden, könnten bei einem durchschnittlichen Fördersatz von 3.700 Euro pro Hektar etwa 6.750 Hektar neue Agroforstflächen entstehen. Dies entspräche einer Gesamtfläche von etwa 67.500 Hektar an Agroforsten, was ein jährliches Reduktionspotenzial von rund 70.200 Tonnen CO₂eq bedeuten würde.
