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Stickstoffdüngerpreise stagnieren trotz schwacher Getreidemärkte weiter

Die Preise für Stickstoffdünger bleiben trotz eines erheblichen Anstiegs stabil. Aktuell kostet Harnstoff an deutschen Importhäfen 570 Euro je Tonne, was einem Plus von 50 Euro gegenüber Anfang Januar entspricht. Diese Preisentwicklung stellt den höchsten Stand seit Februar 2023 dar. Die hohen Kosten für Dünger zusammen mit niedrigen Getreidepreisen veranlassen viele Landwirte, ihre Düngestrategien für die Anbausaison 2025/26 zu überdenken.

Marktlage und Preisentwicklung

Die Landwirtschaft sieht sich mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert, da die Nachfrage nach Stickstoffdünger auf einem Tiefpunkt ist. Ein Grund hierfür ist die knappe Versorgung des europäischen Marktes infolge der CO2-Importsteuer und dem Wegfall russischer Importe. Trotz dieser Knappheit scheinen größere Preissprünge vorerst unwahrscheinlich, obwohl einige Händler versuchen, die Preise weiter zu erhöhen.

Laut Experten bleibt die Marktlage instabil. Die internationale Nachfrage, besonders aus den USA und Südamerika, sowie die Unsicherheiten im europäischen Markt könnten jedoch schnell zu Preissprüngen führen. Eine potenzielle Erholung der Nachfrage im Frühjahr könnte den Druck auf die Preise weiter erhöhen.

Einfluss globaler Faktoren

Der internationale Harnstoffmarkt erlebt derzeit einen Aufwärtstrend, der auch Auswirkungen auf Europa hat. Die starke Nachfrage aus Übersee trägt zur Preissteigerung bei. Gleichzeitig protestieren europäische Landwirte gegen den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus der EU, der ihrer Meinung nach zu hohen Steuern auf Düngemittel führt und ihre finanzielle Lage weiter belastet.

Ein weiteres Problem stellt der Rückgang der Lagerbestände in europäischen Häfen dar. Selbst bei schwacher Nachfrage bleiben die Aussichten auf einen Preisrückgang gering, da hohe Harnstoffpreise auch die Kosten anderer Stickstoffdünger beeinflussen.

Volatile Energiepreise als Unsicherheitsfaktor

Die Volatilität des Gasmarktes verstärkt die Unsicherheit bei den Produktionskosten für europäische Düngerhersteller. Nach einem Anstieg Ende Januar sind die Gaspreise aufgrund günstigerer Wettervorhersagen und abnehmender geopolitischer Spannungen wieder gesunken. Diese Schwankungen machen es für Landwirte schwierig, langfristige Einkaufsstrategien zu entwickeln.

Aktuelle Preissituation bei weiteren Düngemitteln

Neben Harnstoff sind auch andere Düngemittel von Preisänderungen betroffen. So liegt der aktuelle Preis für Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) bei knapp 370 Euro je Tonne – ein Anstieg von 30 Euro seit Januar und der höchste Stand seit April 2025. Kalkammonsalpeter (KAS) bleibt hingegen relativ stabil bei 378 Euro je Tonne, ebenso Kornkali mit einem leichten Anstieg um 10 Euro innerhalb von zwei Wochen.

Für Diammoniumphosphat (DAP), das wichtigste Phosphordüngemittel in Deutschland, wird aktuell ein Preis von 725 Euro pro Tonne verlangt, was ebenfalls einen Anstieg gegenüber dem Vormonat darstellt.

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