Angesichts der positiven Aussichten für die Eierproduktion erwägen zahlreiche Landwirte den Bau neuer Legehennenställe. Auf einer Informationsveranstaltung für Einsteiger wurden wesentliche Grundlagen und Ratschläge für den Einstieg in die Eiererzeugung vermittelt.
Langfristige Planung bei der Eierproduktion
Die Produktion von Eiern ist eine komplexe Kette, die sorgfältige Vorausplanung erfordert. Verträge mit Packstellen, die oft auf eine Legeperiode festgelegt sind, bieten den Erzeugern Preissicherheit. Lohmann Deutschland, ein Unternehmen, das Legeküken und Junghennen produziert und vertreibt, sieht die Marktentwicklung auch für die kommenden Jahre optimistisch.
Marktentwicklung und Bedarf an Legehennen
Daniel Schröer hob auf dem „Neubauabend“ in Ankum mehrere Gründe für die steigende Nachfrage nach Eiern hervor. Da der Selbstversorgungsgrad in Deutschland nur 72 Prozent beträgt, fehlen bereits 12 Millionen Legehennen. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Eiern ist zuletzt um zehn Eier pro Jahr gestiegen, was zusätzliche 2,8 Millionen Hennen erforderlich macht.
Prognosen deuten auf einen weiteren Anstieg des Verbrauchs um drei bis vier Eier pro Kopf und Jahr hin. Europaweit wird ebenfalls ein wachsender Bedarf erwartet, während gleichzeitig in den Niederlanden, einem Hauptlieferanten von Eiern, Bestände reduziert werden.
Frühzeitige Bestellung und individuelle Impfpläne
Lisa Nemeding betonte die Notwendigkeit umfassender Planungen vor der Einstallung von Legehennen. Eine kurzfristige Bestellung sei nicht möglich; stattdessen müsse man sich etwa neun Monate im Voraus melden. In Aufzuchtbetrieben werden Tiere oft für mehrere Halter gleichzeitig herangezogen. Die Impfungen in der 14. Lebenswoche können individuell auf den zukünftigen Legebetrieb abgestimmt werden.
Bedeutung des Übergabeprotokolls
Die Aufzucht erfolgt in Vollvolieren, deren Inneneinrichtung einem Legehennenstall ähnelt. Mit 17 Wochen kommen die Junghennen in den Legebetrieb und benötigen eine gute Vorbereitung des Stalls für einen optimalen Start. Frisches Futter und Wasser sollten rechtzeitig bereitgestellt werden.
Das Übergabeprotokoll enthält wichtige Informationen zu Fütterungszeiten und Lichtprogrammen und sollte als Leitfaden für einen reibungslosen Übergang dienen. Berater von Lohmann Deutschland begutachten sofort nach dem Einstallen die Herde hinsichtlich Gewicht und Uniformität.
Effektives Management für hohe Eierproduktion
Um eine hohe Eizahl sicherzustellen, wird durch das Lichtprogramm ein dauerhafter Sommer simuliert. Die Beleuchtungsdauer wird wöchentlich erhöht, um zu verhindern, dass Hennen Eier unter einem Gewicht von 53 g legen — solche S-Eier sind wirtschaftlich weniger wertvoll.
Alle Managementmaßnahmen orientieren sich am Entwicklungsstand der Tiere. Eine hohe Uniformität der Herde stellt sicher, dass Maßnahmen wirksam sind. Die Blockfütterung aus der Aufzucht wird fortgesetzt, um auch rangniedrige Tiere optimal zu versorgen. Zudem sollten Legenester frühzeitig geöffnet werden, um das Nesttraining zu fördern.
