In der Region um Woldegk im Kreis Mecklenburgische Seenplatte kam es kürzlich zu einem besorgniserregenden Vorfall: Wölfe drangen auf eine Schafweide ein und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Sieben tragende Mutterschafe, vier Lämmer und eine Ziege fielen dem Angriff zum Opfer. Darüber hinaus wurden mehrere Tiere verletzt.
Herdenschutzhund und Zaun versagen
Trotz eines Elektrozauns und eines Herdenschutzhundes gelang es den Wölfen, die Schafherde eines Schäfers aus Ballin anzugreifen. Nach dem Angriff war der Schäfer gezwungen, seine rund 100 Tiere umfassende Herde wieder zusammenzutreiben. Der Nordkurier berichtete, dass die Wölfe den Zaun überwanden und dadurch eine Panik unter den Tieren auslösten, die den Zaun schließlich niedertrampelten. Der Hund, der eigentlich zum Schutz der Herde da war, konnte ebenfalls nichts ausrichten.
Verzweifelte Suche nach Überlebenden
Nach dem Angriff fand der Schäfer ein verletztes Schaf fast einen Kilometer von der Weide entfernt. Um die verstreuten Tiere zu lokalisieren, wurde sogar eine Drohne eingesetzt. Die Situation zeigt deutlich, dass selbst gut gemeinte Schutzmaßnahmen nicht immer ausreichen, um solche Angriffe zu verhindern.
Wachsende Sorgen um Wolfsbestand
Laut Tony Hyna, Bürgermeister und Hegeringvorstand in der Region, ist der gegenwärtige Wolfsbestand problematisch. Er glaubt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Wölfe vermehrt in Nutztierbestände eindringen. In einem Interview mit dem Nordkurier äußerte er seine Bedenken über die zunehmende Wolfspopulation und deren Auswirkungen auf das Wildleben in heimischen Wäldern.
Wölfe als Bedrohung für Nutztiere
Hyna erklärte weiter, dass ein Wolf pro Woche durchaus zwei Rehe oder ein Stück Damwild frisst. Sollte das natürliche Nahrungsangebot nicht ausreichen, suchen sich die Wölfe Alternativen bei Nutztieren. Diese Entwicklung bedroht nicht nur die Existenz von Landwirten wie dem betroffenen Schäfer in Ballin, sondern stellt auch ein größeres Problem für die Landwirtschaft dar.
