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Vogelgrippe bei Milchkühen – Risikoeinschätzung in Deutschland

In den sind mindestens 36 Milchkuhherden mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus Subtyp (HPAIV H5N1) infiziert. Dies stellt ein Novum dar und sorgt auch in der Wissenschaft für Aufmerksamkeit. Prof. Christa Kühn, Präsidentin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), gibt Auskunft über die aktuelle Lage und die möglichen Risiken für Rinderhalter in Deutschland.

Bisherige Erkenntnisse zur Infektion

Prof. Kühn betont, dass die Datenlage noch spärlich ist. In den USA wurden in 36 Herden in neun Bundesstaaten Infektionen nachgewiesen. Es wird vermutet, dass die Verbreitung des Virus durch einen Eintrag über Wildvögel in einer Rinderherde in Texas begann und sich anschließend durch Tiertransporte weiter ausbreitete. In pasteurisierter Milch aus dem Supermarkt wurde nicht infektiöses Virusgenom nachgewiesen, allerdings gab es einen Fall, bei dem sich eine Person auf einer Farm infizierte.

Risikoeinschätzung für Deutschland

Das Risiko für eine Übertragung auf deutsche schätzt Prof. Kühn aktuell als sehr gering ein, sofern kein Kontakt zu Rohmilch aus den USA besteht. Das Virus scheint sich in den USA vor allem über die Milch und beim Melken zu übertragen, da die Virus-Konzentration im Euter infizierter Kühe extrem hoch ist. In den letzten Jahren ist es in Deutschland trotz zahlreicher H5N1-Fälle bei Wildvögeln nicht zu Infektionen bei Rindern gekommen. Dennoch sollten Verunreinigungen durch Wildvogelkot, beispielsweise in großen Viehtränken oder im Futter, vermieden werden.

Symptome bei infizierten Kühen

In den USA fiel bei infizierten Kühen ein starker und unerklärlicher Milchleistungsabfall auf. Zudem hatte die Milch, selbst von spätlaktierenden Kühen, eine kolostrumartige Konsistenz. Da das Virus bei Katzen zu hoher Mortalität führt, könnten auch plötzlich verstorbene Hofkatzen ein Indikator für eine Infektion sein. Bei Auftreten dieser Symptome wird dringend empfohlen, einen Tierarzt hinzuzuziehen.

Mögliche Konsequenzen bei Infektionen in Deutschland

Obwohl eine Infektion in deutschen Herden aktuell sehr unwahrscheinlich erscheint, sind die Behörden wachsam und führen systematische Stichproben durch. Rinder galten bisher als wenig empfänglich für Influenza-A-Viren. Sollten Infektionen auftreten, würden die zuständigen Veterinärbehörden und das die rechtlichen Konsequenzen und Maßnahmen prüfen.

Aktuelle Risikoeinschätzung

Das FLI veröffentlicht regelmäßig Risikoeinschätzungen zur bei Wildvögeln und Geflügel in Deutschland. Aufgrund der Krankheitsausbrüche bei Milchkühen in den USA gibt es nun auch eine gesonderte Bewertung für Rinder. Die aktuelle Risikoeinschätzung kann auf der Website des FLI abgerufen werden: www.fli.de.