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Milch- und Getreidemärkte geraten unter Druck

Zu Beginn der Woche gab der Butterpreis an der europäischen Terminbörse EEX leicht nach. Der meistgehandelte Oktober-Kontrakt sank am Mittwoch auf 5.950 Euro je Tonne, was einem Minus von 70 Euro im Vergleich zum Freitag entsprach. Auch Magermilchpulver verlor an Wert und schloss bei 2.311 Euro je Tonne, 45 Euro weniger als Ende der Vorwoche. Gründe für die schwächere Entwicklung sind die geringe Nachfrage auf den Weltmärkten, ein fester Euro sowie höhere Milchanlieferungen in Deutschland und Frankreich gegenüber dem Vorjahr.

Auch die Maisnotierungen zeigten eine schwächere Tendenz. An der US-Börse CBoT fiel der Dezember-Future um 2,75 Cent auf 4,17 US-Dollar je Scheffel, was rund 140 Euro je Tonne entspricht. In Paris verlor der November-Termin an der Euronext 0,50 Euro und lag damit bei 185,25 Euro je Tonne. Hintergrund sind Erwartungen einer Rekordernte in Argentinien für die Saison 2025/26. Landwirte im südamerikanischen Land haben die Maisfläche ausgeweitet und dafür weniger Sojabohnen angebaut. Die Getreidebörse Rosario prognostiziert eine Erntemenge von 61 Millionen Tonnen. Damit würde die bisherige Rekordernte von 52,5 Millionen Tonnen aus 2023/24 deutlich übertroffen. Händler warten zudem auf den neuen WASDE-Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums, der am Freitag erscheinen soll.

Der Rapsmarkt in Paris konnte sich dagegen behaupten. Am Dienstag legte der November-Kontrakt an der Euronext um 3,25 Euro zu und erreichte 467,75 Euro je Tonne. Unterstützung kam vor allem von steigenden Rohölpreisen. Während Sojabohnen, -öl und -mehl an der CBoT nachgaben, fiel der November-Kontrakt für Bohnen um 6 Cent auf 10,25 US-Dollar je Scheffel, das entspricht etwa 322 Euro je Tonne. Höhere Palmölpreise in Malaysia und ein Anstieg der Canola-Kurse in Winnipeg wirkten sich ebenfalls positiv auf den Raps aus.

Die Rohölpreise zogen zuletzt aufgrund wachsender geopolitischer Spannungen in Europa an. Auslöser war der Abschuss russischer Drohnen über polnischem Gebiet, was die Märkte zusätzlich bewegte und den Energiesektor stützte.

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