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Landesbauernverband Brandenburg kritisiert EU-Ökoregelungen

Der Landesbauernverband Brandenburg (LBV) steht den bevorstehenden Beschlüssen des Bundesrates zu den EU-Ökoregelungen kritisch gegenüber. Christoph Plass, der Vizepräsident des LBV, äußerte Bedenken, dass die geplanten Erweiterungen der Ökoregelungen den Agrarsektor in Brandenburg schwächen könnten. Diese Regelungen, die seit 2023 erprobt werden, stehen nächste Woche zur Diskussion in den zuständigen Ausschüssen des Bundesrates.

Plass betont, dass die neuen Regelungen, insbesondere die zur Weidetierhaltung und Biodiversität, aus der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) finanziert würden, was zu einem erheblichen Mittelabfluss aus Brandenburg führen könnte. Dies hätte direkte Auswirkungen auf die Einkommen der landwirtschaftlichen Betriebe in der Region. Der LBV vertritt die Ansicht, dass bevor weitere Regelungen eingeführt werden, das bestehende System zunächst vollständig implementiert und dessen Effekte abgewartet werden sollten.

Auf einer kürzlich abgehaltenen Erntepressekonferenz wies der LBV auf die unterdurchschnittlichen Ergebnisse hin, die es den Betrieben erschweren, notwendige Investitionen zu tätigen. Eine stabile Einkommenskomponente sei entscheidend, um die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe zu sichern. Zudem sieht der LBV in Brandenburg derzeit keinen ökologischen Handlungsdruck, da die Betriebe bereits ausreichend Ökoregelungen angewählt und damit Mittel abgerufen hatten.

Die Einführung weiterer Ökoregelungen könnte laut LBV auch eine Zunahme der Bürokratie bedeuten, da Anträge möglicherweise neu gestellt werden müssten. Plass kritisiert die Vorschläge der Bundesregierung als realitätsfern, besonders im Hinblick auf die Forderungen der Landwirte nach mehr Verlässlichkeit, die zu Beginn des Jahres lautstark auf den Straßen geäußert wurden. Die Reaktionen auf die jüngsten Wahlergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung wenig von dieser Art der Politik hält.

Abschließend fordert der LBV die Landesregierung auf, sich an ihren bisherigen Erfolgen, wie der Stoffstrombilanz, zu orientieren und die Unterstützung für die Landwirtschaft in Brandenburg weiter zu verstärken, um ihre elementare Rolle innerhalb der regionalen Identität zu festigen.

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